Biodiversität und Ressourcen-Management
Überwachungsprogramm des Grünen Aras: Zum Schutz und Erhalt des vom Aussterben bedrohten Grossen Soldatenaras haben wir verschiedene Massnahmen getroffen. Nebst der Wiederherstellung kritischer Lebensräume für diese Papageien-Art, dem Umweltbildungsprogramm und dem Projekt zur Aufzucht von Baumarten, die für die Ernährung der Aras wichtig sind, haben wir zudem ein neues ganzjähriges Monitoring-Programm geschaffen. Von unserem Beobachtungsturm erfassen wir monatlich die Bewegungen und Lebensraumnutzungsmuster der Grünen Aras (Ara ambigua) im Schutzgebiet.
Forschungsprogramm über die einheimischen stachellosen Bienen des tropischen Regenwaldes: Der grosse Wert und Nutzen einheimischer Bienen für die Umwelt sind bekannt. Die begrenzten Informationen über die Vielfalt, der im tropischen Regenwald vorkommenden Bienenarten machen es jedoch schwierig, gezielte Erhaltungsmassnahmen durchzuführen und der Bevölkerung fachliche Empfehlungen für eine verantwortungsvolle Bienenzucht zu geben. Deshalb haben wir ein neues Programm zur Erforschung der faszinierenden Welt der Bienen ins Leben gerufen.
In der ersten Phase des Programms wurde in Zusammenarbeit mit den Studenten des Masterstudiengangs für Bienenzucht der Nationalen Universität (CINAT-UNA) ein "Modell-Meliponarium" eingerichtet, das als pädagogischer und interaktiver Lernort dienen soll.
Ecovida-Aetos Hawkwatch-Programm: Mit der Frühjahrssaison der ziehenden Greifvögel startete gleichzeitig unsere Arbeit als offizielle Beobachtungsstelle im internationalen Netzwerk "Conserve the corridor" wie auch auf der "Hawkcount-Plattform". Dank dem Engagement unseres Forschungsteams und von freiwilligen Helfern konnten in diesem Jahr bereits mehr als 619’000 wandernde Raubvögel am Himmel über dem Refugio Lapa Verde registriert werden.
Überwachung der Wildtiere: Jüngste Daten aus dem Forschungs- und Schutzprogramm für Amphibien und Reptilien zeigen, dass noch viele Arten nicht erfasst wurden. Kürzlich wurde beispielsweise ein Pilzzungensalamander (Bolitoglossa indio) entdeckt. Eine Art, die bis anhin nur in Nicaragua vorkam, und nun erstmals in Costa Rica in unserem Naturschutzgebiet registriert wurde. Insgesamt wurden bis heute 104 Amphibien- und Reptilienarten im Refugio Lapa Verde erfasst.
Auch die Überwachung der Säugetiere mit Hilfe von Kamerafallen hat sehr ermutigende Ergebnisse gebracht. In den letzten Monaten wurden Jungtiere von grossen Spezien wie Tapiren (Tapirus bairdii) und Pumas (Puma concolor) registriert. Diese neuen Aufzeichnungen unterstreichen den ökologischen Wert des Schutzgebiets und zeigen, wie wichtig es ist, diese Erhaltungsmassnahmen fortzusetzen.
Die jährliche Vogelzählung ist nach wie vor eine unserer beliebtesten Aktivitäten im Refugio Lapa Verde. An unserer sechsten Durchführung dieser eintägigen Aktion nahmen Gemeindemitglieder und fachkundige Beobachter teil. Dank deren Hilfe wurden 472 einzelne Vögel aus insgesamt 161 Arten erfasst. Auch an der dritten nationalen Primatenzählung konnten wir auf die Hilfe von vielen Freiwilligen zählen.
AUSBILDUNG IM NATURSCHUTZGEBIET
Im Rahmen unseres Bildungsprogramms Aula Verde fand die erste Ausgabe des Kurses "Amphibien und Reptilien des tropischen Regenwaldes" statt, an dem 20 Personen teilnahmen.
Im Rahmen eines dreimonatigen Bildungsaufenthaltes führte zudem der deutsche Student Tobias Bergsch seine ausländische Masterarbeit mit dem Titel “Areas of activity of coexitence with humans in the rural-forest interface in El Roble, Sarapiquí, Costa Rica- an ethnoecological approach” im Refugio Lapa Verde durch.
AUsWIRKUNGEN AUF DIE BEVÖLKERUNG VON SARAPIQUÍ
Öffentlichkeitsarbeit des Refugios: Die Ecovida-Woche, die in der zweiten Februarwoche stattfand, war als virtueller Treffpunkt für die Bevölkerung und Forschung sowie als Basis für unsere Schutzbemühungen gedacht. Die Veranstaltung umfasste Vorträge von nationalen und internationalen Forschern zu Themen des Vogelschutzes sowie ein Forum, das dem historischen Prozess der Naturschutzanstrengungen des Refugios Lapa Verde in Costa Rica gewidmet war.
Die digitale Zeitung "El Norte Hoy" berichtete über die Arbeit des Refugio Lapa Verde bei der Erforschung der Migration von Greifvögeln. Auch das offizielle Bulletin der "North American Association of Raptor Migration Studies (Hawk Migration Studies)" veröffentlichte einen Überblick über unsere wichtigsten Ergebnisse während der Frühjahrssaison 2023.
Schulmaterial für die Nachbargemeinden: Der Beginn des neuen Schuljahres benützen wir, um die Verbindung zu den ans Naturschutzgebiet angrenzenden Gemeinden und ihren fünf Schulen zu stärken. Wir verteilten Pakete mit Unterrichtsmaterialen sowie mit den nötigsten Utensilien für den Schulbeginn für Kinder aus Familien mit beschränkten Ressourcen. Der Kontakt mit Schulleitern, Lehrern, Schülern und Eltern ist eine Gelegenheit, unser Engagement für eine umfassende Bildung der Kinder von Sarapiquí zu bekräftigen und sie in Naturschutzthemen zu sensibilisieren.
Technologie-Tagung für Frauen: Wir führten eine dreitägige Veranstaltung im Refugio durch, deren Hauptziel darin bestand, lokalen Frauen einen Raum für Innovationen und kreative Lösungen durch Geodaten-Technologien, elektronisches Prototyping und additive Fertigung (3D-Druck) zu bieten. Diese Tagung wurde vom Interamerikanischen Institut für Zusammenarbeit in der Landwirtschaft (IICA) in Kooperation mit dem Zentralamerikanischen Netzwerk für Luft- und Raumfahrt (RAC) organisiert und dank der Zusammenarbeit mit der Bildungsorganisation Edunámica und dem Refugio Lapa Verde zum ersten Mal in der Region Sarapiquí abgehalten.
Workshop zum Schutz und der Zucht einheimischer Bienen in Sarapiquí: Dank der Zusammenarbeit mit der Universidad Latina, der Casa de la Cultura und des Refugio Lapa Verde haben wir als Auftakt zum Monat der Bienen eine Veranstaltung für die gesamte Gemeinde mit dem Titel "Einheimische Bienen von Sarapiquí" entwickelt. Durch Spiele, eine Fotoausstellung und Vorträge wollen wir das Wissen über den Erhalt dieser wichtigen Bestäuber vertiefen und verbreiten.
Freiwilligen Arbeit im Naturschutzgebiet: In den ersten vier Monaten des Jahres konnten wir auf die wertvolle Unterstützung von insgesamt 26 Freiwilligen zählen. Elf von ihnen nahmen an der Frühjahrszugsaison der Greifvögel teil und leisteten insgesamt 456 Stunden ehrenamtliche Zählarbeit auf unserem Beobachtungsturm. Weitere sechs halfen als offizielle Zähler bei der dritten nationalen Primatenzählung in Costa Rica mit. An der sechsten Vogelzählung im Teilgebiet Pueblo Nuevo des Refugios Lapa Verde nahmen neun Freiwillige teil, darunter externe Zähler sowie Mitglieder der lokalen Gemeinden.
OPERATIVE LEITUNG DES REFUGIOS
Spende aus dem Fonds "Gente": Die kürzlich erhaltene Zuwendung von der Organisation "Asociación Costa Rica por Siempre" hat es uns ermöglicht, das Projekt "Self-guided Besuchersystem für das Refugio Lapa Verde" zu lancieren. Es umfasst Elemente der Gebietseinteilung, Beschilderung und Umweltinformationen. Die Planungsphase des Projekts befindet sich im Endstadium, sodass bald mit der Umsetzung begonnen werden kann.
Für die Umsetzung des Projektes wurden neue technische Geräte angeschafft, wie eine Drohne, ein neues GPS und bald auch ein neues System für die Beschilderung.
Werbeartikel für den Lapa Verde Souvenir-Shop: Im Rahmen unserer Anstrengungen, eigene Einnahmen zu generieren, haben wir vor kurzem eine Kollektion von Aufklebern herausgebracht. Darauf sind 14 Tierarten abgebildet, die im Refugio Lapa Verde heimisch sind. Die kreativen Illustrationen wurden von der costaricanischen Biologin Alison Bonilla (eine Edunámica-Alumna) entworfen. Die Besucher können diese Werbeartikel kaufen und so die Forschungsprojekte unterstützen. In Kürze werden auch Designs für T-Shirts und andere Werbeartikel erhältlich sein.
Infrastrukturarbeiten auf dem Hügel "Gavilán": Der "Cerro Gavilán" ist einer der attraktivsten Orte innerhalb des Refugios Lapa Verde sowohl für die Forschung wie auch für unsere Besucher. In den ersten Monaten des neuen Jahres haben wir verschiedene Sanierungsarbeiten vorgenommen. Mehr als 80% der Erosionsprobleme konnten behoben werden. Der 12 Meter hohe Beobachtungsturm wurde vor Beginn der Forschungsarbeiten präventiv gewartet. Zudem wurde eine neue Toilettenanlage errichtet.