Juli ’65 Liebes altes Hänschen!
Darf ich es wagen, Deinen Spuren zu folgen! Ich werde dich zwar nicht im schönen Wien besuchen, was ich natürlich sehr gerne möchte, sondern in wenigen Tagen will ich die Pfade beschreiten und die Meere durchkreuzen, die Du im vergangenen Jahr kennengelernt hast. Meine Fahrt führt mich mit der „Laos“ der Messageries Maritimes bis nach Colombo. Für eine ausgedehntere Fahrt in noch entferntere Gegenden, die Du ja erleben durftest, reicht im Augenblick weder mein Geld noch die Zeit.
Aber für eine arme Populär-Pädagogin ist Indien und Ceylon auch schon ganz etwas Tolles! Ich bin also entsetzlich aufgeregt, denn ich werde allein fahren. Da ich keinen großen, starken Beschützer bei mir habe, möchte ich doch wenigstens einige Ratschläge von einem erfahrenen, weitgereisten Mann mit nehmen. Es ist wirklich schade, daß du so am Ende der Welt lebst. Es wäre zu schön, wenn man noch einmal zusammensitzen und einige Kölsch kippen könnte. Ich möchte gerne einmal mit Dir über Deine herrliche Reise plaudern. Brieflich ist das weniger angenehm. Aber vielleicht bist du doch so lieb und schreibst mir einmal etwas darüber. Z. B. wie die Schiffe sind, ob es einem darauf in 28 Tagen nicht stinklangweilig wird. Warst du auch länger in Colombo? - Wie ist die Stadt?
Du, ich freu mich ganz unverschämt und hoffe nur, daß ich wieder lebend Hause komme. Aber du hast es ja schließlich heil überlebt. Übrigens fahre ich schon am 15. Juli los. Ich hätte dir früher schreiben sollen, aber erstens habe ich mich erst letzte Woche dazu entschlossen und zweitens ist mir erst gestern eingefallen, daß Du auch mit dieser französischen Linie gefahren bist. (oder etwa nicht?) Wie ich dich kenne, wirst du in Wien nur mit deiner Arbeit beschäftigt sein. Sicher kannst Du Deine dicke Doktorarbeit einmal zur Seite schieben und mir schreiben. Hast Du auch schon große Ferienpläne? Wie lange bleibst Du überhaupt noch in Wien? Wirst Du nicht bald wieder in rheinischen Gefilden weilen? In Köln laufen nur noch fremde Leute herum, es wird Zeit, daß man nochmal ein bekanntes Gesicht sieht. Z.B. das einen gewissen Dr. H. M.
Es grüßt Dich herzlich
Röschen
Marseille, 20.07.1965
Vor einer halben Stunde bin ich hier angekommen. Mein Gepäck wurde ich - Gott sei Dank los und kann mich daher etwas erleichtert durch den Bahnhof schleichen. Hier laufen viele dunkle Typen herum, die einen entsetzlichen Knoblauchgeruch verbreiten, aber zum Glück nicht so aufdringlich sind, wie ich es in Rom am Bahnhof erlebt habe.
Es ist gerade 12 Uhr, um 2 kommt der Bus der Messageries Maritimes. Die Fahrt hier hin habe ich recht gut überstanden. Chésie und Kathrin brachten mich zum Bahnhof. Kathrin, der süße kleine Schatz - hatte Angst vor der zischenden, lärmenden Lokomotive. Dennoch hat sie fleißig zum Abschied gewunken. In Koblenz wurde mir wieder einmal ganz traurig zu Mute. Hoffentlich war das das letzte Mal.
Im Zug waren ganz nette Leute. Zuerst lernte ich einen türkischen Lehrer kennen, der ganz fleißig Französisch lernte und unglaublich viel zu erzählen hatte. Ich war sein armes Opfer und musste mein schäbiges Französisch zusammenkratzen, um ihm Rede und Antwort zu stehen.
In Straßburg nahm ich eine Couchette (Liegewagen). In meinem Abteil waren eine nette amerikanische Flötistin und ein Ballettänzer, mit dem man sich angeregt unterhalten konnte.
So verging die Fahrt bis jetzt ausgesprochen angenehm, abgesehen von der dummen Halsentzündung, die mich plagt.
Ich bin so gespannt, wie es weitergeht. Wie wird das Schiff? Wie werden die Leute sein? - ?
Liebes gutes Hänschen!
Vielen, vielen Dank für deine zahlreichen Ratschläge. Ich werde mich durch ausführliche Briefe gebührend bedanken. Im Augenblick habe ich nicht viel Zeit, denn ich bin in Marseille und warte auf den Bus, der mich zur Laos bringt.
Liebe Chesie!
Den ersten Teil meiner Reise habe ich gut überstanden. Eben bin ich in Marseille angekommen. Da ich in den nächsten 4 Tage auf hoher See sein werde und keine Möglichkeit habe, Post zu schicken, schreibe ich jetzt kurz. Laß dich und die Pümpies herzlich grüßen und ebenso alle in der Kölnstraße.
Das ist vielleicht lustig, nun habe ich gleich schon etwas vom verrufenen Marseille erlebt. In der Bahnhofs-Snack-Bar mußte ich 4,80 ffrs bezahlen. Ich gab dem Kellner 10 ffrs. Er gab mir aber ganz ungeniert auf 5 für raus. Erst als ich ihn mehrmals rief, zahlte er mir die restlichen 5 für. Wie schnell man hier doch für doof verkauft wird.
An Bord der Laos, 21. Juli 1965
Einen Tag bin ich nun schon auf der Laos. Das Wetter ist im Gegensatz zu gestern wunderbar. Der Himmel ist wolkenlos und klar und das Meer ist daher auch tiefblau. Die See liegt völlig ruhig und im Schiff selber merkt man oft gar nicht, daß es sich fortbewegt.
Draußen bringt der leichte Fahrtwind angenehme Kühlung, denn die Sonne scheint so stark, daß es einem ganz nett heiß wird. Ich habe mir schon Kopfschmerzen und einen netten Sonnenbrand geholt. Sonne, Himmel und Meer könnten überhaupt nicht schöner sein!
Das Schiff - für meine Vergleichsmöglichkeit - ist es schon ein riesiger Fortschritt. Aber das allerfeinste kann es nach den Berichten der reiseerfahrenen anderen Passagiere wirklich nicht sein.
Ein Glück, daß mir das Hänschen vorher schon einiges geschrieben hatte, so bin ich doch vor einer herben Enttäuschung bewahrt worden.
Economy-Class
Da ist aber auch wirklich alles ökonomisch, was man sich nur vorstellen kann. Die Kabinen sind einfach, ja karg, aber sauber. Air-condition funktioniert gut, so daß es sogar recht kühl in der Kabine ist, aber in den Tropen wird das wohl recht angenehmen sein. Ich bin mit einer Engländerin (die immer im Bett liegt) und einer Japanerin in der Achtbett-Kabine zusammen.
Das Essen ist miserabel, ganz so, wie der Hans es es geschrieben hatte. Es gab Delikatessen wie Macceroni mit Reis, der Teller wird vollgepackt, eh man noch einen Gang gegessen hat. So daß alles wie Kraut und Rüben durcheinander kommt. Man hat noch nicht den letzen Bissen im Mund, da wird auch schon der Teller und alles weggerissen. Von Höflichkeit und Bedienung haben die Leute keine Ahnung. In der Economy-Class findet man natürlich auch sehr viel armes Volk, das nicht immer gerade Wohlgerüche von sich gibt.
An Deck der 3. Class stehen keine Liegestühle oder ähnliches. Man sitzt auf einfachen Gartenbänken, auf dem Fußboden oder steht. Ein Schwimmbassin gibt es zwar, aber es ist bis jetzt noch nicht mit Wasser gefüllt, es könnte mich aber auch nicht reizen, denn es ist ausgesprochen tümpelig.
Auf dem Deck der 2. Class lässt es sich um so besser aushalten. Hier gibt es einen herrlichen Swimmingpool, dessen Wasser ständig erneuert wird. Eben habe ich mich schon mit größtem Vergnügen hineingestürzt. Auch sonst kann man sich hier wohlfühlen, es sind natürlich auch viel bessere Leute da. Ich warte nur auf den Augenblick, da wir ,armen Leute‘ hier rausgeschmissen werden.
24. Juli 1965
Ich bin mit dem Schreiben ziemlich zurück und will kurz das Wichtigste nachtragen. Am 2. Abend, Mittwoch, 21.7. fuhren wir durch die Landenge von Italien-Sizilien. Den ganzen Abend waren wir an Bord, denn es war sehr reizvoll, die Lichter von Taormina zu beobachten. Viele Autos fuhren die Seeuferstraße entlang, sie vermittelten uns einen kleinen Eindruck vom Leben der italienischen Nacht.
Das Hospital ist nur für Kranke…
An Bord der Laos, 25. Juli 1965
Wir schleichen uns immer zum Deck der Touristenklasse. Manchmal ist die Tür, die vom Flur aus direkt hinüber führt verschlossen. Dann benutze ich den vom Hänschen angegebenen Weg durchs Hospital. Dabei ist mir vor einigen Tagen nun folgendes passiert: Mit den beiden Lehrerinnen wollte ich mich gerade durchs Hospital in die 3. Klasse schleichen, als uns im Flur des Hospitals ein Chinese entgegentrat und entsetzlich zu schimpfen anfing. „Das Hospital ist nur für Kranke…“
Ich sagte nur, „aber ich bin doch krank, mal à la gorge!“ Daraufhin wurde ich gleich ins Behandlungszimmer gesteckt und musste den Mund aufreißen und der Arzt stellte fest: „There is something red.“
Er verschrieb mir für 9 ffrs Medikamente. So musste ich also recht teuer für den verbotenen Übergang bezahlen. Die Medikamente kann ich gut gebrauchen, denn ich bin wirklich schrecklich erkältet und werde es trotz der Hitze nicht los.
Das Leben hier an Bord ist inzwischen sehr abwechslungsreich geworden. Hans hatte wirklich recht, als er sagte, ich würde viel Arbeit mit den ,Knaben‘ haben. Doch darüber möchte ich jetzt noch gar nicht schreiben.
Viel wichtiger ist das herrliche Erlebnis „Ägypten“.
Mehr als zwei Stunden fuhren wir von Port Said durch eine würfelartige Landschaft nach Kairo. Zuerst gab es noch einige Dörfer zu sehen. Die mit langen Gewändern gekleideten Bauern arbeiteten auf den Feldern. Schmale Kanäle bewässerten die Felder. An manchen Stellen wurden die Schöpfräder von gleichmäßig ruhig laufenden Ochsen bewegt. Die Siedlungen der Menschen waren klein und primitiv. Auf der 130 km langen Strecke zwischen Iramila (oder so ähnlich) und Kairo war dann richtige Wüste.
Die Straße führt schnurgerade durch ödes Land. Keine Menschenseele war abseits von der Straße zu sehen.
27. Juli 1965
Im Augenblick sitze ich in der Touristenklasse. Frl. Müller spielt Klavier, Mr. X flute. Im Moment sind sie sich nicht einig, aber sonst hört es sich sehr nett an. Neben mir sitzt ---. Es ist seltsam, aber wahr. Er ist ein unmöglicher und wunderbarer Knabe und dabei unglaublich intelligent und belesen. Er hat sich mit der unmöglichen Nelli zusammen getan, kommt aber häufig zu mir und macht die unmöglichsten Anträge. Nichtsdestotrotz trotz finde ich ihn richtig nett.
Am Nachmittag
Ich auf dem first-class deck am Rande des swimming-pools. Das Schiff tuckert gleichmäßig fort. Eine kleine Insel liegt im Meer. Sie ist nicht gut zu erkennen, weil Wolken und Dunst sie verdecken. Das Schiff schaukelt träge hin und her. Eine Möwe begleitet uns, sie kam von der nahen Insel. Neben dem monotonen Motorengeräusch sind noch andere Dinge zu hören, asiatische Musik ertönt aus dem Radiogerät eines indischen Passagiers, das Wasser des Swimmingpools gluckert vor sich hin und her und spritzt über die Ränder, Kinder spielen und lachen, deutsche Laute dringen durch. Es sind viele Deutsche an Bord und sehr viele Ausländer sprechen deutsch.
28. Juli 1965
Aden war ein Abenteuer. Wir sind Gott sei Dank wieder mit heiler Haut an Bord gekommen. Aden, das Eingangstor zum Roten Meer, von den Engländern besetzt, von den Arabern begehrt = ein Pulverfass.
Vorgestern wurden 65 Soldaten getötet. Jeden Tag fast geschehen Attentate. An allen Ecken und Straßen stehen englische Soldaten mit schußbereiten Maschinenpistolen herum. Manchmal stürzen sie sich auf einen Araber, der ihnen verdächtig vorkommt, untersuchen ihn von oben bis unten, reißen ihm sogar den Turban herunter.
Ich habe noch nie eine Stadt mit so viel Elend und Verkommenheit gesehen. Sind alle asiatischen Städte so? Aden soll mit einer der heißesten Plätze auf der Erde sein – es gibt oft jahrelang keinen Regen. Die Landschaft ist einfach trostlos karg.
Das Hafenviertel war als Aushängeschild noch recht kultiviert, aber die City selber – ein Herd des Elends und wahrscheinlich auch der Krankheiten. Bei der drückenden, schwülen Hitze spielt sich alles auf der Straße ab. Selbst die Betten stehen draußen und die Kinder schlafen darin trotz allem Lärm und Leben um sie herum.
Die Kleidung der Araber hat sich in den letzten hunderten von Jahren bestimmt nicht viel geändert.
Sie haben meist karierte (schmutzige) Tücher, die bis zu den Füßen gehen, um die Hüften gewickelt. Sie tragen ein europäisches Hemd und einen Turban, der aussieht, als hätten sie ihn aus einem Küchenhandtuch gedreht. Er ist lange nicht so gepflegt und ordentlich, wie der des indischen Sikhs an Bord.
In alle Geschäfte kann man hineinschauen. Viele Restaurants gibt es, aus denen wirklich sämtliche Wohlgerüche des Orients herausdringen. Es ist so dreckig in diesen Kneipen, in denen sich auch gleich die Küche mit 1-2 Kochpötten befindet, daß wir Europäer uns bestimmt irgendeine schlimme Krankheit holen würden, wenn wir auch nur ein bißchen davon essen würden.
Übrigens sitze ich gerade in dem sittingroom der 2. Class und lausche dem Klavier-und Flötenspiel zweier Passagiere. Draußen lernt J. mit Kalle bengalisch. In manchen Dingen ist J. sehr ehrgeizig. Wenn der einmal lernt, dann lässt er sich nicht so schnell davon abbringen.
Die Wellen sind inzwischen wieder viel stärker geworden, aber doch nicht so, wie ich befürchtet habe. Im Gegenteil, das Meer ist jetzt viel interessanter. Endlich sind Schaumkronen zu sehen.
Am Samstag 31.7. waren wir in Karachi. Kalle, Nelli, Jeff und ich verlebten einen herrlichen Tag, obwohl Karachi alles andere als schön ist. Wir waren zuerst im pakistanischen Nationalmuseum. Dort waren Buddhafiguren, Schmuck-Krüge aus der Blütezeit der Kultur im Fünfstromland (3000 v. C.) zu sehen. Danach zogen wir durch die Stadt.
Zum Schluß zogen wir es doch vor, uns fortzubewegen. Wir wollten uns auf eine typische Art die Stadt die Stadt ansehen und begaben uns zur nächsten Straßenbahn, einem vorsintflutlichen Vehikel.
Männlein und Weiblein wurden getrennt und so saß ich dann in der ersten Reihe zwischen verschleierten Mohammedanerinnen. Vor uns stand gleich der Zugführer, der mit großer Lässigkeit durch die Straßen kurvte, so daß ich befürchtete, aus der nicht vorhandenen Tür zu fliegen. Der Verkehr in Karachi ist ein ungeheures Durcheinander, Alles läuft und fährt Kreuzung quer, ohne Rücksicht auf Verkehrszeichen.
Zwischen Autos und den kleinen Rikscha-Taxis kurven Kamelfuhrwerke herum. Geradezu komisch sieht es aus, wenn Kamele im Galopp daherrasen. Die Beine knicken nach innen ein und mit dem Kopf und dem langen Hals führen sie eine gleichmäßige Bewegung nach vorne aus.
Um uns zu erfrischen, gingen wir am Nachmittag noch in das feudale Continental-Hotel. Am Rand eines wunderschönen schattigen swimming-pools nahmen wir unser lemon-spark zu uns.
Am Abend begegnete ich J. zufällig, als er gerade Urs besuchen wollte. Wir haben uns etwas aneinander gefreut, worauf er mich natürlich auf seine Cabine schleppen wollte. Jedoch zog ich es vor, ihm eine schöne Nacht mit N. zu wünschen und mich in mein eigenes Bett zurückzuziehen.
Die See war diese Nacht sehr unruhig. Einige, die draußen ihr Schäferstündchen hielten, sind recht nass geworden, von den hereinbrechenden Wellen.
Das YWCA ist ein einem im Kolonialstil gebauten Haus. Von eine Halle, in der gegessen und gewartet wird, gehen gleich die Türen auf in die Schlafzimmer. Eifrige, liebenswerte boys huschen herum und bedienen freundlich. Einer von ihnen ist besonders nett, den möchte ich schon gerne mitnehmen.
Das Essen schmeckt uns ausgezeichnet nach dem Laos-Fraß. Als wir gestern von unserer alten Laos mussten, waren wir richtig traurig. Sie war eine richtige Heimat geworden.
13.8.1965
Sehr geehrter Herr Rektor Klein!
Aus dem Urwald-Paradies Ceylon möchte ich Sie und Ihre Familie herzlich grüßen. Leider muss ich Ihnen eine weniger gute Nachricht mitteilen. Mein Schiff ,Cambodge‘, mit dem ich am 12.8. bis 27.8. von Colombo nach Marseille fahren sollte, hat im Hafen von Saigon einen Zusammenstoß mit einem Frachtdampfer gehabt. Es wurde mehr oder weniger repariert, hat aber jetzt 7 Tage Verspätung. Ich werde erst am 1. September in Marseille sein und kann frühestens am 3. September in die Schule kommen.
Wir besuchten eine Urwaldschule, in der es doch recht anders als bei uns zugeht. Darüber möchte ich Ihnen gerne mehr erzählen, wenn ich glücklich wieder zu Hause bin.
Ich hoffe nur, daß die notdürftig geflickte ,Cambodge‘, die Monsunstürme im Indischen Ozean heil übersteht. Eine Bestätigung über die Verspätung der Cambodge werde ich von der Schifffahrtsgesellschaft bekommen und mitbringen.
Hoffentlich findet sich ein Kollege, der in den ersten beiden Tagen meine verwaiste Klasse übernimmt.
Vorgestern waren wir in Djibouti, einer der heißesten Flecken Afrikas. Wir sind erst am Abend von Bord gegangen. Zufällig trafen wir Paus, einen Kellner. Er hatte einen Bekannten, einen Inder, der gerade im Augenblick in Djibuti lebt. Mit ihm fuhren wir zunächst durch die Stadt, die übrigens ganz nett und sauber aussah. Dann ging’s ans Meer über eine recht holprige Straße. Dabei kreuzten häufig Kamele gemächlich unseren Weg. Wir betrachteten Meer, Sterne, Sand und den Mond, der sich allerdings hinter den Bergen versteckte.
Danach fuhren wir zu einem Restaurant in den Bergen. Dort wurde heftig getrunken und getanzt. Paul wurde von einem Hund gebissen. Hoffentlich ist es nicht schlimm. Der Inder, den ich zuerst ganz nett fand, wurde mir äußerst gefährlich. H. spielte verrückt. - Jalousie! -