Vor der Auszeit Burkhard's News November 2025

Wir stehen kurz vor einer etwas längeren Auszeit (3 Monate) als Familie. Nähere Details dazu weiter unten. Nach den, sagen wir mal, "wirkungsvollen" Jahren hier in Thun und vor dem "Move" nach Biel im Sommer 2026 dürfen wir aus allen Verantwortungen raus gehen um zu reflektieren, innezuhalten und mehr "zu sein" als "zu tun". Für uns ist das wirklich ein Privileg. Das ISTL setzt mich (Dave) frei dafür und auch von euch fühlen wir uns für diese Auszeit freigesetzt - Herzlichen Dank.

"Er aber zog sich zurück und war in einsamen Gegenden und betete." Lukas über Jesus (Lk 5:16)

Biel

Biel kommt näher. Obwohl wir noch nicht da wohnen (geplant ist Sommer 26), waren wir in den letzten Wochen immer wieder mal da. Wir freuen uns nun etwas enger mit 7 Personen unterwegs zu sein. Unser Wunsch ist es, dass daraus eine missionale Gemeinschaft in Biel Mett entsteht. Eine Gemeinschaft die einerseits eine missionarischen Drive hat für das Quartier und anderseits ein Herz für gemeinschaftliches und jüngerschaftliches Wohnen. Nun gilt es einander besser kennen zu lernen.

Ende August trafen wir uns auf dem neuen Spielplatz im Quartier Mett. Berührt hat uns einerseits, dass die Stadt ein Spielplatz ganz neu gebaut hat, der mega ideal ist um mit Kinder und Familien in Kontakt zu kommen (sogar mit einem extra Bereich für Gruppentreffen). Anderseits waren wir erstaunt wie schnell wir Kinder an unserem Tisch hatten. Das war wirklich genial.

Seit September nehmen wir an der Quartierjungschar Connect Mett teil. Wir freuen uns, dass die Kids voll mitmachen. Einen Tag verbrachten wir im Wald mit Schlangenbrot bräteln, bei dem auch viele Eltern dabei waren - grossartig.

Ihr seht, es geht schon Einiges. Aber wir sind noch in Thun und versuchen dieses Zwischenjahr so gut wie möglich zu meistern. Dazu kommt ja noch unsere Auszeit von Jan-März....

Auszeit

Von Januar bis März werden wir in Frankreich, genauer in "La Pierre" in der Nähe von Grenoble sein. Vor einem Monat waren wir ein Wochenende da um die Wohnung, die Umgebung und die Bibelschule kennen zu lernen. Wir sind sehr happy und freuen uns auf die Auszeit.

Unser Setting wird so sein, dass Yvonne jeweils am Morgen an der Bibelschule "Défi" der Fackelträger (Zentrum Champfleuri) teilnehmen wird und Dave die Kids unterrichtet. Die nahen Berge resp. das Skigebiet ganz in der Nähe der Bibelschule wird unsere Auszeit ebenfalls bereichern.

Einer der Hauptgründe, weshalb wir die Auszeit nehmen, ist, weil wir nochmals französisch lernen wollen. Das scheint für eine interkulturelle Arbeit in Biel fast unumgänglich zu sein. Ehrlich gesagt kommen einige alte Erinnerungen ans eher mühevolle französisch lernen hervor - sprich eine Challenge - resp. "Défi" auf Franzöisch (der Name der Bibelschule) :-).

ISTL vor der Auszeit

Vor der Auszeit ist bei mir (Dave) noch viel los im ISTL. Das diesjährige Schuljahr startete eigentlich standesgemäss mit dem Kickoff auf St. Chrischona. Dennoch war es einzigartig. Weil nicht nur die Diplomierung der letzten Klasse, sondern auch den runden Geburtstag vom ISTL - 20 Jahre - stattfand. Das Motto der Jubiläumsfeier lautete "Bereit für mehr!" und markierte den Start für die nächsten 20 Jahre ISTL.

Seit her sind bei mir gaaanz viel Koordinationsaufgaben der Studienleitung auf meinem Tisch gelandet. Ich bin happy mit der Übergabe der lokalen Studienleitung in Thun, aber auch herausgefordert, weil es bis Ende Jahr (oder eben bis zur Auszeit) viel Koordination und übergeordnete to do's für alle anderen Standorte zu erledigen gilt. ISTL ist wirklich gewachsen, und ich habe das Privileg, Teil davon zu sein – mitgestalten zu dürfen und dem Wachstum auch etwas Tiefe und Substanz zu geben :-)! Im Oktober war der Leiter von ISTL Bremen im Berner Oberland und der Tag mit seiner Family in den Adelbodner-Bergen und der Austausch mit ihnen war auch für mich eine Wohltat :-)!

Bytheway: Die neue Klasse in Thun hat super gestartet und wir freuen uns an ihren Berufungen die Gott gerade bestätigt. Dennoch sind drei dieser 12 in persönlichen Herausforderungen das duale Studium zu bewältigen. Bitte betet da mit.

Macht da Gott etwas grosses?

Seit Beginn der Auseinandersetzungen mit Biel (noch bevor wir uns wirklich entschlossen haben da hin zu gehen) war ein Haus in Biel ein Thema. Nicht von uns angestossen - sondern eigentlich von der Stadt Biel. Diese besitzt ein grösseres Haus, das sie an Private weitergeben möchten (im Baurecht). Das haben auch zwei Pastoren in Biel mitbekommen. Über sie kam die Idee, dieses Haus für Quartierarbeit und gemeinschaftliches Wohnen zu nutzen, zu uns. Wir dachten damals...hmm...spannend.

Wir kamen mit der Stadt in Kontakt. Die Offenheit ist für uns tatsächlich etwas überraschend. Es scheint, dass sich die Stadt ähnliche Fragen stellt wie wir - Stichwort Jeremia 29:7 - "Suchet der Stadt Bestes...". Wir sind gespannt ob Gott hier am Werk ist und eine grössere Türe für ein Haus im Quartier aufstösst. In diesem Wissen haben wir mal einen "Fuss hineingelegt" und sind gespannt.

Die Stadt hat nun eine Schätzung durchgeführt und wird uns anfangs Dezember mit den Daten informieren.

Da wir nicht genau wissen, ob und wie das für uns tatsächlich ein Option sein könnte, und deshalb auch nicht viel dazu schreiben können, möchten wir euch einfach bitten, mit uns dafür zu beten, dass Gottes Wille geschehe.

Das Haus ist gross, liegt an der Schüss und hat einen grossen Garten. Viel Möglichkeiten. Viel Arbeit? Wir wollen vor allem in Menschen investieren - nicht "in ein Haus", aber ja, wir sehen auch Chancen darin.

Soweit mal...wir halten euch auf dem Laufenden :-)!

"Mein Gott, auf dich vertraue ich" Psalm 25,1

Gebet

Danke, dass ihr mitbetet für Ruhe, Weisheit und Leitung in unserem Zwischenjahr. Im Moment jonglieren wir mit vielen Hüten. Wir brauchen Weisheit - gerade auch für die Prozesse in Biel.

Danke, dass ihr für Gelassenheit, Kraft und gute Koordination in Dave's ISTL-Aufgaben betet.

Danke betet ihr in allen Vorbereitungen für die Auszeit als Familie mit.

Danke wenn ihr für Weisheit und Gottes Führung in allen Fragen, die zu diesem "Haus an der Schüss" da sind und noch kommen, betet.

In allem sind wir einfach dankbar wie Gott durchträgt und immer wieder ermutigt, inspiriert und erfrischt.

Herzlichen Dank und viele liebe Grüsse

Dave und Yvonne mit Amaia, Linea und Joscha

Kontoangaben: IBAN: CH62 0900 0000 1543 2476 9, Verein ISTL, David Burkhard, Regensbergstrasse 242a, 8050 Zürich

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Ein paar gesellschaftspolitische Gedanken zum Schluss. Es scheint mir, dass sich vor unseren Augen gerade eine Art "Zuspitzung" abspielt. Rechtskonservative Werte sind wieder "trendy". Hingegeben nehmen die Linksradikalen Demos zu (eine Minderheit aber eine laute). Es spitzt sich zu. Mitten drin der christliche Glaube. Die liberalen Seite (eine Minderheit, aber eine laute - Stichwort Postevangelikal), die das Fundament des Glaubens je nach dem fast bis zu ihrer Selbstauflösung hinterfragt - hmm...wird wohl kaum Bestand halten. Im Rechtskonservativen Lager verfolgen christliche Leader-Persönlichkeiten ganz unterschiedliche Ansätze. Tim Keller zum Beispiel glaubte, dass der Glaube an Jesus wichtiger als jede Partei oder Ideologie ist. Charlie Kirk dagegen sah den Glauben stark politisch. Glaube als Teil eines Kulturkampfs. Obwohl das absolut seine Berechtigung hat, sehe ich gewisse Gefahren darin. Es soll uns nicht allein um konservative Politik gehen damit christliche Werte verteidigt werden können. Oder darum anders denkende Leiter möglichst scharf zu kritisieren. Okey, man muss sagen: der christliche Glaube wird auch dadurch medialer und sichtbarer. Dennoch: Jesus sprach tendenziell das Herz an, nicht das System. Wenn eine Zuspitzung, dann erhoffe ich mir eine Zuspitzung zum Evangelium hin. So glaube ich bleibt unser Auftrag: Jesus zu verkünden, Menschen lieben und dienen statt dominieren. Lasst uns gemeinsam das nochmals bewusst fokussieren. Das Evangelium ist anstössig, alles andere sollte es nicht sein. Darauf hin soll es (und wird es wohl auch) sich zuspitzen.