Was kann man mit der generativen Füllung anstellen?

Die Frage hat sich mir aufgedrängt und es hat mich in den Fingern gejuckt das herauszufinden. Also habe ich einfach mal ein paar Sachen mit der generativen Füllung (nachfolgend GF genannt) ausprobiert und hier sind die Ergebnisse.

1. Objekte/Personen entfernen

Die GF eignet sich hervorragend zum Entfernen von Objekten aus Bildern. Dafür hat Ps bereits das neue, hervorragende Entfernen-Werkzeug, daher die Frage: Warum für Objektentfernung die GF verwenden?

Nun... es soll Leute geben, die mit dem Ferrari zum Bäcker fahren, anstatt das Fahrrad zu nehmen. 😉 Die kommen damit sehr komfortabel an - wenn sie denn dann einen Parkplatz finden (aber das ist ein anderes Thema...)

Aber im Ernst: Die Frage ist berechtigt und sehr oft klappt es tatsächlich ganz gut mit dem Entfernungswerkzeug. Deshalb habe ich mich in meinem Beispiel etwas komplexeren "Objekten" gewidmet, nämlich Personen und (um noch einen draufzusetzen) Personen, die mit anderen interagieren. Hier stößt das neue Entfernen-Werkzeug an seine Grenzen, während GF erschreckend einfach ist.

Dieses Foto hatte ich schon vor einiger Zeit mit "KI-Klimmzügen" in der Mangel. Auch das ging schon erstaunlich einfach (aber umständlich). Jetzt mit GF in Ps eine Sache von unter einer Minute.
😮 Ohne Worte...

2. Störungen beseitigen

Man kennt das: jemand macht seinen Job in der Vorbereitung nicht richtig und Fotograf*in muss in der Postproduktion die Suppe auslöffeln oder man selbst passt beim Gruppenfoto nicht auf und fängt sich eine Brillenreflexion ein oder man hat mal wieder lieber ausgeschlafen und kommt zu spät, um ein touristenfreies Bild zu bekommen oder, oder, oder... ....

Lieber in Ruhe ausschlafen? Ps macht's möglich.
Einmal mit Profis arbeiten...
Huch, da hatte er sich doch noch mal bewegt...

3. Bilder erweitern

Ein sehr häufig verwendetes Anwendungsbeispiel, allerdings mit der ein oder anderen Schwäche (wie ich hier beschrieben habe). Hier sind zwei Beispiele:

4. Hintergrund austauschen

Ich habe das einmal an einem sehr eng beschnittenen Schnappschuss von mir getestet. Im ersten Schritt habe ich das Bild erweitert und dann zwei Hintergrundvariationen getestet.

5. Kleidung ändern

Macht offensichtlich schlank der Pullover... 😂

6. Objekte hinzufügen

Und jetzt noch ein bisschen "magic outfit"...

Das Hinzufügen habe ich auch bei einem Bild getestet, bei dem ich zunächst mit dem neuen Entfernen-Werkzeug den Markusplatz geleert und ein (vorher von mir selbst generiertes Wasserzeichen) entfernt hatte. Hier der Link zum Artikel.

7. Haare wachsen lassen

8. Spiegelung erzeugen

9. Künstliches Bokeh

Mal wieder das 24 mmm f1.2 zuhause vergessen (oder habt ihr gar keins)? Macht nichts...

10. Einzelbilder kombinieren

Mit GF kann man bestehende Bilder auf einer großen leeren Leinwand anordnen und die Übergänge generieren lassen. So ist aus 4 Einzelbildern dieses entstanden:

11. Kreativ werden!

Im nachfolgenden Bild habe ich vieles von oben kombiniert eingesetzt und auch noch mit anderen Tricks und Kniffen experimentiert. Ich habe mich da von dem großartigen Erik Johansson inspirieren lassen.

Das Ergebnis ist weit von Eriks Klasse entfernt und noch lange nicht fertig. Aber immerhin produziert Erik 3-4 Bilder pro Jahr und ich habe nur 1-2 Stunden damit verbracht. Immerhin ein guter Anfang! To be continued...

Nachbemerkung: Die meisten der obigen Experimente sind "mit der heißen Nadel" gestrickt. Ziel war es möglichst viel in möglichst kurzer Zeit auszuprobieren. Insbesondere mein eigener Hinweis zu der Auflösung habe ich nicht beachtet, weil es einfach zu lange gedauert hätte. Also habt Nachsicht mit mir. 😁