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Ich fühle mich erschöpft Vision Europa Spanien

Es ist viel passiert und gleichzeitig ist so wenig da, nichts Greifbares. Ich fühle mich erschöpft von all dem, manchmal sogar leer, als hätte ich nichts mehr zu geben. Und dann frage ich mich, wo sind die Ergebnisse, wo sehe ich Früchte meiner Arbeit? Keine Mitglieder, kein Gottesdienst, noch keine Gemeinde. Was habe ich bisher getan?

Natanel Barrions Rivero, Gemeindegründung, Las Palmas, n.barriosrivero@allianzmission.de

Solche Gedanken gehen mir immer wieder durch den Kopf, denn als Gemeindegründer ist es nicht einfach, so ein Projekt zu starten. Man kann eine Gemeinde auf verschiedene Art und Weise gestalten, und obwohl es Richtlinien gibt, an denen man sich orientieren kann, bleibt noch viel offen, ein grosser Freiraum, um unsere Kreativität einzubringen.

Freundschaften pflegen, Vertrauen aufbauen und ziel­rientiert leben, diese drei Punkte prägen heute meinen Alltag auf der Insel. Und damit versuche ich, diesen Raum so zu gestalten, dass er Gott dient und daraus eine Gemeinde entsteht.

Manchmal war ich enttäuscht und kraftlos, wenn ich merkte, dass trotz aller guten Gespräche, Kontakte und Erlebnisse auf der Insel noch nichts Greifbares da ist, was man als Gemeinde bezeichnen könnte. Was habe ich gemacht? Wofür habe ich so viel Zeit investiert? Wo ist meine Kraft geblieben? Ich habe meine Stunden geleistet, wo ist die Ernte?

«Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.» Galater 6,9

Eines war mir klar, ich mache das nicht alleine und alleine schaffe ich das auch nicht. Das war für mich ganz am Anfang ein wichtiger Punkt, den ich lernen wollte und den ich bewusst leben musste. Denn wenn man immer mit Nichtchristen unterwegs ist und nur gibt, wird man leer und kraftlos. Und so suchte ich an einem dieser Tage, wo die Enttäuschung gross war, Zuflucht bei Gott. Ich gehe durch die Stadt, setze mich auf eine Bank, bete zu Gott und lasse alles los, was in mir ist. Kurze Zeit später sehe ich auf der Bank «06/09» und sofort muss ich in der Bibel nachschlagen.

Aus diesem Satz «denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten» ist mir der zweite Punkt wichtig geworden in diesem Prozess mit Gott als Gemeindegründer. Für mich war es ein Zuspruch, eine Ermutigung, eine Erinnerung daran, dass Gott das Ganze führt, und so kam auch frische Luft, die mich reinigte und mir Lebenskraft gab wie ein Lebensatem von Gott.

Ich bin so dankbar, weil mich dieser Prozess jeden Tag aufs Neue begeistert, dass ich mit Gott leben darf. Denn diesen Raum zu gestalten, mitten in der Stadt für Gott unterwegs zu sein, ist für mich eine Ehre und auch ein Segen für die Menschen hier. Ich bin gespannt, was Gott mit mir, mit Las Palmas und mit den Menschen hier vorhat. Darauf kann ich vertrauen.