Logbuch
Prolog
Bevor das Jahr 2025 ganz rum ist, muss noch mal Fahrrad gefahren werden. Leider hatten wir an den anderen langen Wochenenden jeweils andere Termine, sodass nur Anfang Oktober blieb. Diesmal geht es ein paar Tage durch Rheinhessen.
Vorbereitung
Noch zwei Tage. Der Wetterbericht sieht kaum besser aus als letztes Wochenende: Es könnte nasskalt werden. Irgendwie habe ich kein Glück bei der Datumswahl meiner Touren. 😒 Die Regenklamotten kommen sowieso mit! Packe ich also auch noch die zweite Jacke und Handschuhe ein. Da wir diesmal nicht auf Campingplätzen, sondern im Weingut bzw. Gästezimmer übernachten, bleiben Zelt, Matte und Schlafsack zu Hause. Es wird also insgesamt weniger Gepäck mitzunehmen sein. Dazu kommt, dass es in den Weinbergen hügeliger ist als an Main und Mosel. Gute Gründe, für diese Tour das leichtere Gravel zu nutzen. Ich bin gespannt und freue mich drauf. Packtaschen für den kleinen Gepäckträger habe ich bereits. Gestern kam noch eine neue Lenkertasche mit abnehmbarer Halterung hinzu.
Freitag, 03.10.
Krankheitsbedingt gibt es einen Ausfall. Wir sind also nur zu dritt – eine kleine reine Männergruppe. So dick wie heute war ich schon lange nicht mehr auf dem Fahrrad angezogen. 🥶 Fährt man da eigentlich besser schneller, damit es einem warm wird? Oder langsamer, damit der Fahrtwind nicht so zieht? Naja, wir werden unseren Rhythmus finden. Und wenn wir ein Stück mit dem Zug fahren müssen, wäre es halt so. Auf jeden Fall ist mein Gepäck diesmal deutlich weniger und vor allem leichter: Unter 10 Kilo! 🎈Um halb elf losgefahren und an der Eisenbahnbrücke mit dem ersten und kurz danach mit dem zweiten Mitfahrer getroffen. Zusammen ging’s dann weiter durch die Oberstadt von Mainz, Hechtsheim, Klein-Winterheim und Nieder-Olm. Kurz dahinter auf einer Bank Rast gemacht und eine Kleinigkeit gegessen. Dann weiter durch Saulheim bis nach Wörrstadt. Dort hatte ein Weingut eine Art Herbstfest mit Ausschank, Weinprobe und Essen. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. 🍷 Danach musste man erst wieder in den Tritt kommen; der innere Schweinehund wäre gerne dort geblieben. Durch Sulzheim, Wallertheim und Gau-Bickelheim gefahren und ca. um 16 Uhr in Wöllstein an unserer Unterkunft angekommen. Eingecheckt und erst mal mit Sabrina ge-facetime-t, bevor ich mich mal eine halbe Stunde hingelegt habe. Später zum Essen ganz in der Nähe gegangen und nicht nur super gegessen, sondern auch ein paar leckere Weinchen probiert. Wieder zurück im Zimmer den Blog geschrieben und bald ins Bett. Morgen gibt es ein paar mehr Höhenmeter, dabei haben mir heute die schon gereicht. Ich bin halt ein Flachlandfahrer. 😅 Außerdem haben die beiden anderen Pedelecs; das ist sowieso unfair. 😉
Samstag, 04.10.
Direkt gegenüber des Gästehauses ist ein Penny. Also nach dem Fertigmachen erst mal ein Wasser geholt, um die Trinkflaschen aufzufüllen. Alles soweit eingepackt und zum Bäcker, der auch gleich um die Ecke ist, eingekauft. Belegtes Brötchen für mittags und Kaffee und eine Kleinigkeit für gleich. Auf dem Balkon gefrühstückt und um 11:00 auf die Räder geschwungen. Der Wetterbericht für heute ist zum Heulen. Leider hat er sich nicht getäuscht: Nach 5km ging der Regen los. Erst kurz unter einem Baum gestanden, aber da das jetzt eine ganze Zeit nur noch schlimmer werden wird, schnell weiter. In 1,5 km liegt eine Schutzhütte auf der Route. Die war echt klasse: groß genug für uns und die Räder und mit Tischen und Sitzbänken. Den Kocher angeworfen, um Wasser für einen Espresso zu kochen. Nach etwa eineinhalb Stunden war der große Schutt vorbei (dachten wir) und deshalb entschieden, uns wieder auf den Weg zu machen. Durch Eckelsheim, Wonsheim, Stein-Bockenheim, Wendelsheim, Erbes-Büdesheim, Heimersheim bis nach Alzey. Dahinter unter einer Autobahnunterführung kurz angehalten, aber da dort der Wind heftig zog, doch lieber weitergefahren. Am Ende war’s auch egal; wir waren eh schon durchnässt. Dummerweise hat so ein Gravel keine Schutzbleche, und dementsprechend war ich nicht nur von oben vom Regen nass, sondern vor allem von unten, vorne, hinten vom Matsch, der sich auf den Feld- und Wirtschaftswegen in großen Mengen findet. Irgendwann endlich an dem Weingut angekommen, wo wir übernachten wollen. Die Räder können wir im Lagergebäude abstellen. Danach erst mal versucht, in der Dusche alles halbwegs sauber zu bekommen. Bald darauf kamen auch Sabrina und Sara mit dem Auto, da ich für diese Nacht zusammen ein großes Zimmer gebucht hatte. Sie konnte mir wenigstens trockene Schuhe mitbringen. Nach Flomborn zum Essen fahren wollen, aber die Lokation gab’s nicht mehr. Also weiter in Google Maps gesucht, aber nix in der Nähe gefunden. Bis nach Alzey gefahren und dort in eine Weinbar gegangen. Supernett, leckeres Essen und tolle Weinauswahl. Eine echte Entschädigung für diesen Tag heute. Zurück im Weingut noch eine Flasche Wein zusammen aufgemacht und dann ab ins Bett.
Sonntag, 05.10.
Leider nicht besonders gut geschlafen. Das Bett hat bei jeder kleinen Bewegung so laut geknarzt, dass man davon wach wurde. Um 9 Uhr beim Frühstück getroffen. War echt schön: Frische Brötchen, verschiedene Wurst-, Schinken-, Käse- und Marmeladensorten. Dazu gab’s sogar frisch gekochte Eier. Bis 10:30 alles fertig gemacht und losgefahren. Gleich nach der ersten Kurve ging’s schon wieder los mit der Steigung – durch Weinberge ist halt was anderes als am Fluss entlang. 😅 Durch Hochborn Richtung Dittelsheim-Heßloch und direkt am Weinkastell auf dem Kloppberg vorbeigekommen. Von da ging’s im rasanten Tempo bergab. Weiter durch Frettenheim, Dolgesheim bis nach Weinolsheim. Dort in einem Bushäuschen untergestellt, weil es leicht zu regnen anfing. Das Wetterradar hat unsere Befürchtung leider bestätigt; plötzlich ging ein Schutt runter. Als der endlich nachließ, wieder losgefahren. Um die Bundesstraße zu meiden, hat Komoot uns durch die Weinberge geführt. Das wäre grundsätzlich auch nicht unbedingt ein Problem gewesen, aber nach der Weinlese waren die Feldwege in entsprechend schlechtem Zustand. Dazu der Regenguss von eben, und wir hatten eine Matschstrecke, die uns und die Räder echt an die Grenzen brachte. Teilweise musste ich schieben, weil Reifen, Schaltwerk, und Rahmen dick zugesetzt waren. Ließ sich auch im Gras nicht wirklich sauber kriegen. Als irgendwann wieder ein fester Weg kam, der auch noch bergab nach Dexheim führte, hat sich zwar einiges aus dem Reifenprofil gelöst, das hing dann aber an meinen Klamotten. 😝 Ab Dexheim lief es dann schön bergab bis Nierstein. Drei Kilometer ohne treten zu müssen war eine willkommene Abwechslung. 😅 In Nierstein überlegt, ob wir uns hier schon trennen und die Rüsselsheimer mit der Fähre an den Kornsand fahren. Uns aber dagegen entschieden und weiter auf der Rheinland-pfälzischen Seite geblieben. Leider führt der Radweg dann noch mal in die Weinberge (wenigstens asphaltiert). Ab Nackenheim kommt man wieder an den Rhein, dafür ist der Weg nicht mehr so schön. Zwischendurch noch mal am Rhein eine Pause eingelegt, bevor es dann auf den Endspurt ging. An der Eisenbahnbrücke von Jens verabschiedet, auf der anderen Seite dann auch von den beiden anderen. Noch bis zum Garten in Bischofsheim geradelt und dort mit Sabrina und den Kindern getroffen. Das war die 2025er Tour.
Resümee
Wie immer die obligatorische Frage: Würde ich die Tour noch mal machen? Auf jeden Fall – aber bitte bei besserem Wetter. Und auch dann wieder ohne Zelt und schwerem Gepäck. Die Steigungen waren schon angenehmer ohne das zusätzliche Gewicht. Ggf. würde man den oder anderen Feldberg gegen eine Straße tauschen in der Planung. Aber wenn es trocken gewesen wäre, hätten wir die gut ohne diese Matschorgie überstanden. Die Übernachtung in Wöllstein war super – allein wegen der Nähe zum Bäcker, Abendessen und dem Supermarkt. Bei der zweiten Übernachtung war das Bett nervig, aber schon cool, dass wir uns abends einfach noch mal hinsetzen und einen Wein trinken konnten. Mal sehen, wo es uns nächstes Jahr hinverschlägt. Zwei bis drei Ziele bzw. Touren haben wir schon im Kopf. ☺️ Hier noch die Links zu den einzelnen erwähnten Lokationen:
- Herbstfest: Weingut Dorst in Wörrstadt: https://www.weingut-dorst.de
- 1. Übernachtung: Boardinghouse Alte Bank in Wöllstein: https://www.boardinghouse-alte-bank.de
- 1. Abendessen: Gasthof Geheischnis in Wöllstein: https://gasthof-geheischnis-woellstein.eatbu.com/?lang=de
- 2. Übernachtung: Weingut Klieber in Hangen-Weisheim: https://www.weingut-klieber.de
- 2. Abendessen: to:mas Die Weinbar: https://www.to-mas.de