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SeLfies Im Netz - schütZe Deine AuthenTizität

Medienworkshop Für die 9. JahrgangssTufe

„Hallo, heute wollen wir euch in einem kurzen Workshop für das Thema ˋSelfies und Selbstdarstellung im Netz´ sensibilisieren. Bestimmt eine Person, die von nun an die Anweisungen (blaue Kästen) vorliest. Eine weitere sollte die Infotexte vortragen. Vielen Dank!“🙏

Das wirst du heute lernen:

  1. Porträts früher und heute - Wie verändert sich die "Kultur" der Selbstdarstellung?
  2. Reality vs. Social Media - Welche Gründe spielen bei der Selbstinszenierung im Netz eine Rolle?
  3. Achtung! - Welche Risiken birgt die Verbreitung von Selfies über die sozialen Medien?
  4. Tipps für eine natürliche Selbstdarstellung
„Richte dir gleich noch einen Notizzettel und einen Stift her und dann kann es losgehen... Viel Spaß!“😊

1. Wie verändert sich die Kultur der Selbstdarstellung?

Bildquellen: https://flic.kr/p/VBBesw (links); Bild von Peggy und Marco Lachmann-Anke auf Pixabay (rechts)

„Wir machen jeden Tag zahlreiche Selfies, um alles festzuhalten, aber wie haben das die Menschen zum Beispiel im 19. Jahrhundert gemacht? Beginnen wir mit ein paar interessanten Facts...“
  • Im 19. Jahrhundert war eine Fotosession ein grundlegend wichtiger Anlass, sich für das Bild herauszuputzen und das Bild damit zu unterstützen. Heutzutage machen wir, egal wie wir aussehen oder wo wir sind, Selfies.
  • Damals musste sich niemand fragen, ob es okay sei, Bilder von der Verabredung zu knipsen. Das Bild war die Verabredung.
  • Sämtliche abgebildete Personen in Fotografien des 19. Jahrhunderts, sogar die Kinder, schauen so aus, als ob sie fest zupacken könnten – eben wie richtige Charaktertypen.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/familie-anno-anno-familie-19-jahr-1317978/

  • Heutzutage nutzen wir Filter, um gut oder lustig auszusehen. Oft wirkt das dann sehr künstlich.
  • Damals stand hinter jedem Bild ein ausgeklügeltes Konzept. Das lag mitunter am Aufwand, den ein Foto zur damaligen Zeit bedeutete. Man konnte nicht einfach irgendwo vorbeirauschen und mal eben zwei Dutzend verschwommene Bilder schießen. Die Bilder waren früher noch für die Ewigkeit bestimmt.
  • Doch die Zeiten der wuchtigen Kamerakisten, unendlich langer Belichtungen und der teilweise giftigen Dunkelkammer-Chemikalien sind vorbei. Die moderne Fototechnik ist unkompliziert und mobil, sodass jeder, der das möchte, diese mit sich herumtragen und minütlich tausende von Bildern speichern und verschicken kann.
„Tausende von Bildern - ihr meint wir übertreiben? Na das stellen wir bei unserer ersten Aufgabe fest.“

Aufgabe 1) Blick in deine Fotogalerie

„Falls du ein iPad hast, hole es heraus und schalte es an, sobald die Lehrkraft das O.K. gibt!“

Öffne deine Fotogalerie...

  1. Wie viele Bilder befinden sich aktuell darin? Halte die Anzahl auf deinem NOTIZZETTEL fest.
  2. Zähle nun die Selfies. Notiere auch deren Anzahl.
„Packe nun dein iPad wieder weg!“
„Abschließend könnt ihr eure Ergebnisse durch einfaches Melden vergleichen: Wer hat unter 50 Bilder in der Galerie, wer zwischen 50 und 100... usw. Dasselbe macht ihr mit der zweiten Frage.“
„So, den einen oder anderen hat die Anzahl jetzt vielleicht geschockt oder zumindest erstaunt... Nun ja, in der Fotogalerie passiert ja noch nichts, aber wie sieht es mit der Verbreitung über die sozialen Medien aus? Und wie präsentieren wir uns dort? Seht euch dazu das nachfolgende Video an und diskutiert kurz darüber!“

2. Welche Gründe spielen bei der Selbstinszenierung im Netz eine Rolle?

„Habt ihr schon über die Videoinhalte diskutiert? Überraschung... das Bild einer Person in Reallife entspricht häufig nicht dem, wie sich die Person in den sozialen Medien darstellt. Aber warum? Löst dazu Aufgabe 2!“

Aufgabe 2) Reality vs. Social Media

„Sammle mit deinem Partner mögliche Gründe und halte sie schriftlich auf dem NOTIZZETTEL fest.“

Warum verfälschen viele Menschen ihr wahres Ich in den sozialen Medien und inszenieren oft ein völlig anderes Bild ihrer Persönlichkeit?

„Habt ihr die Aufgabe erledigt und euch ausgetauscht? Super... sicherlich habt ihr ähnliche Punkte gefunden wie wir. Nachfolgend findet ihr unsere Überlegungen...“
  • Die Problematik „Selbstbild versus Fremdbild“ zieht sich durch alle Schichten und Zeitalter. Wer sind wir und wer möchten wir sein?
  • Die Mehrheit möchte als ein produktiver , selbstbewusster und beliebter Mensch wahrgenommen werden. Als Angestellter möchten wir zum Beispiel Kompetenz ausstrahlen, als Chef einem Azubi gegenüber potentielle Erfahrung und Überlegenheit.
  • Häufig möchten Leute spannend und begehrenswert auf Freunde und Fremde wirken, um so noch mehr „Freunde“ in den sozialen Netzwerken zu gewinnen.
  • Dabei vergessen wir, dass uns die Follower nur bedingt bei persönlichen Problemen weiterhelfen können. Wenn es uns einmal wirklich schlecht geht, kann nur der/die „wahre“ Freund/in uns in den Arm nehmen und trösten.
  • Statt viel Zeit in die Selbstinszenierung zu stecken, sollten wir lieber Freundschaften im wirklichen Leben ausbauen und pflegen.
  • Die Lust an der Selbstdarstellung und vor allem -inszenierung ist nichts Neues und natürlich macht es Spaß, in andere Rollen zu schlüpfen oder sich für ein Selfie perfekt zu schminken. Das darf ja auch einmal sein, nur sollte es nicht die Regel werden., sonst ...
„Ganz ungefährlich ist das Ganze nämlich nicht. Darum setzen wir uns nun noch mit möglichen Risiken der Selbstdarstellung im Netz auseinander.“

3. Welche Risiken birgt die Verbreitung von Selfies über die sozialen Medien?

„Bearbeitet nun Aufgabe 3) und seht euch das Video an. Sammelt anschließend gemeinsam mögliche Risiken mit der Lehrkraft und notiert sie auf dem NOTIZZETTEL.“

Aufgabe 3) Risiken der Selbstinszenierung

„Nachfolgend findet ihr die Lösung noch einmal in geraffter Form.“

1. Auswirkungen auf das Selbstbild

Selfies auf Instagram und Snapchat posten, sich in Videos auf YouTube präsentieren, Fotos von Freunden liken und sharen: Die Selbstdarstellung im Netz ist für Jugendliche nicht nur für die Anerkennung wichtig, sie dient auch der Identitätsbildung. Doch in der digitalen Welt wird die Wirklichkeit oftmals verzerrt und unvollständig dargestellt. Realitätsfremde Schönheitsideale, das vermeintlich perfekte Leben von Stars und Idolen und der Druck, viele Likes, Friends und Klicks erlangen zu müssen, können negative Auswirkungen auf den Selbstwert und das eigene Körperbild haben.

2. Gefahr der ungewollten Verbreitung und des Cybermobbings

Selbst wenn junge Benutzer ihre Fotos und Videos nur in einem kleinen, privaten Kreis teilen, können andere das Material problemlos speichern und online verbreiten, beispielsweise durch direkte Screenshots . Jugendliche, die sich dessen nicht bewusst sind, können Opfer von Cybermobbing werden. Hier gilt die Regel: zuerst nachdenken, dann posten.

Fazit: Ein positives Körperbild ist wichtig für die körperliche und geistige Gesundheit. Wer mit sich zufrieden ist, entwickelt ein stabiles Selbstwertgefühl, kümmert sich um seinen eigenen Körper und hinterfragt soziale und mediale Schönheitsideale.

"Körperpositivität" steht für das Bestreben, sich von gemeinsamen Idealen zu entfernen und zu einem vielfältigeren Verständnis von Schönheit zu gelangen, indem man sich auf die individuelle Einzigartigkeit konzentriert und nicht auf Ideale in Social Media.

„Abschließend möchten wir euch noch ein paar Tipps für eine natürliche Selbstdarstellung im Internet geben. Pickt das für euch Wesentliche heraus und notiert Stichpunkten auf eurem Notizzettel!“

4. Tipps für eine natürliche Selbstdarstellung

Gut zu wissEn!
  1. ICH BIN EINZIGARTIG - Um dich erfolgreich zu vermarkten musst du fürs Erste das Produkt, dich selbst, besser kennenlernen. Deine separaten Stärken, Talente und Merkmale machen dich als Person einzigartig.
  2. ICH KENNE MEINE WIRKUNG AUF ANDERE - Zudem unterstützt deine Selbstkenntnis auch, zu verstehen, wie Du auf andere Leute wirkst.
  3. ICH BLEIBE WIE ICH BIN UND VERSTELLE MICH NICHT -Die eigene Persönlichkeit ist die These für ein authentisches und selbstbewusstes Auftreten. Sorge dafür, dass du dich mit deiner Selbstdarstellung nicht verstellst und bleib in deiner Art wie Du bist! Andere Personen werden dein stimmiges Auftreten und deine Authentizität wertschätzen. Sogar deine sogenannten „Schwächen“ können in speziellen Lebenssituationen Stärken sein, die dich auszeichnen.
„So, wir hoffen, du hast einiges dazugelernt. Nachfolgend findest du noch einen Fragenbogen zum Selbstcheck und weiterführende Infoflyer zum Download. Die Flyer kannst du dir auch an der blauen Medieninformationssäule in der Altbauaula holen! Zum Schluss haben wir noch eine Bitte: Nehmt euren Notizzettel mit nach Hause und sprecht auch mit euren Eltern und Freunden über das Thema. Lasst auch andere von eurem Wissen profitieren! Bis zum nächsten Mal! Eure RSI-Medientutoren😊.“

Weiterführendes Material

Dieser Medienkurs ist Teil einer Reihe von Medienworkshops für die unterschiedlichen Jahrgangsstufen. Er ist in Zusammenarbeit mit der Lehrkraft Corinna Mosch (MiB) und den Schülerinnen Tanja Bichler, Nora Buhmann, Meilie Dao und Melina Kink im Schuljahr 2019/2020 an der Johann-Andreas-Schmeller-Realschule Ismaning entstanden.

Quelle: Stefanie Rack/ Fabian Sauer: Mobile Medien - Neue Herausforderungen. Selfies, Sexting, Selbstdarstellung. 3. aktualisierte Auflage, März 2020.

Update: März 2026

Danksagung:

Erstellt mit Bildern von Rodion Kutsaev - "IDS_UNTITLED_PHOTO_NAME" • Simon - "mosaic images photos" • un-perfekt - "bullying cyberbullying insult" • geralt - "board school self confidence" • Brooke Lark - "During a shoot with 15 divorced exMormon women, one of them said “can I just get a picture of my ring.” A custom gift from a friend, writ with her daily mantra. Of course I said…yes." • Alexas_Fotos - "make the day great letterbox light box" • geralt - "self love hands keep"