In unserem Methodenkoffer finden Sie Anregungen und Einsatzszenarien für die verschiedensten didaktischen Methoden - in der Präsenz- wie in der digitalen Lehre. Ist der Einsatz von digitalen Tools notwendig, erhalten Sie auch eine entsprechende Empfehlung, welche Werkzeuge Sie dafür nutzen können.
Der Methodenkoffer befindet sich noch im Aufbau und wird stetig aktualisiert.
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0-9
1-Minuten-Papier
Das 1-Minuten-Papier ist eine Methode zur Ergebnissicherung.
So geht's: Die Lernenden erhalten 1-2 Fragen, die sie in einer Minute schriftlich beantworten sollen. Im Anschluss können die Antworten im Plenum besprochen werden.
So wird die Methode eingesetzt: Beim 1-Minuten-Papier geht es darum, das erworbene Wissen durch eine Verschriftlichung abzusichern und sich den eigenen Kenntnisstand bewusst zu machen. Es kann vielfältig eingesetzt werden bspw. für eine Einstiegsreflexion, als Zwischen- oder Abschlussbilanz.
Umsetzung im digitalen Raum: Möchte man die Ergebnisse digital im Kurs festhalten, eignet sich dafür bspw. die Moodle-Aktivität "Journal". Diese Aktivität zeichnet sich dadurch aus, dass ausschließlich die Teilnehmende, die das 1-Minuten-Papier verfasst sowie der Lehrende Zugriff auf die Ergebnisse haben. Wird das 1-Minute-Papier eher für Feedback an den Lehrenden genutzt, welche Fragen noch offen geblieben sind, kann auch die "Feedback"-Aktivität in der Lernplattform genutzt werden. Je nach Einstellung erfolgt dann das Feedback der Teilnehmenden sogar anonym.
6-3-5 Methode
Die 6-3-5 Methode ist eine Kreativitätstechnik zum Generieren von neuen Ideen.
So geht's: Es werden 6 Teilnehmer*innen benötigt, die alle ein Blatt mit 3 Spalten und 6 Zeilen erhalten (also 18 Kästchen). In der ersten Runde schreibt jede Teilnehmer*in für das vorgegebene Problem drei Lösungsvorschläge/Ideen in die erste Zeile. Wenn dies von allen Teilnehmer*innen erledigt wurde, werden die Blätter an die nächste Teilnehmer*in weitergereicht und es müssen wieder drei Ideen aufgeschrieben werden (die zweite Zeile wird also vervollständigt). Die Beiträge sollen sich auf die Ideen der Vorgänger*in beziehen. Eine Spalte enthält also immer eine Idee, die von den nachfolgenden Teilnehmer*innen verändert und/oder weiterentwickelt wird. Daher auch der Name 6-3-5-Methode: 6 Teilnehmer*innen generieren je 3 Ideen und diese werden 5mal an die anderen Teilnehmer*innen weitergegeben.
So wird die Methode eingesetzt: Als Kreativitätstechnik lässt sich die 6-3-5 Methode in der Erarbeitungsphase der Lehrveranstaltung zur Sammlung und Aufbereitung von Ideen nutzen. Jede Idee ist erlaubt. Anders ist es mit Diskussionen, Kritik und Kommentaren. Auf diese sollte während der Ideenfindung verzichtet werden. Erst im Anschluss werden die Ideen vorgestellt und ggf. bewertet.
Umsetzung im digitalen Raum: Für den Einsatz in der Online-Lehre wird ein kollaboratives Tool benötigt. Steht kein solches Tool zur Verfügung, können die Ideen bspw. auch per E-Mail weitergereicht werden. Bei synchronen Veranstaltungen kann es sinnvoll sein, jeweils 6 Teilnehmer*innen in eine Teilgruppensitzung zu verschieben.
Passende Tools für den Einsatz in der Online-Lehre: https://cryptpad.fr/kanban oder alternativ mit einem Whiteboard-Tool: https://cryptpad.fr/whiteboard oder https://draft.io/.
5-Finger-Methode
Die 5-Finger-Methode ist eine Feedback-Methode. Deshalb ist sie auch unter dem Namen 5-Finger-Feedback oder 5-Finger-Reflexion bekannt.
So geht’s: Die Teilnehmenden malen ihre Hand auf ein Blatt ab (oder erhalten ein Arbeitsblatt mit aufgemalter Hand). In Einzelarbeit wird zu jedem Finger ein anderer Feedback-Aspekt genauer beleuchtet. Die Teilnehmenden vermerken dazu bei jedem Finger die wichtigsten Punkte stichpunktartig:
- Daumen: Das fand ich super!
- Zeigefinger: Darauf möchte ich hinweisen.
- Mittelfinger: Das hat mir nicht gefallen.
- Ringfinger: Das nehme ich für mich mit.
- Kleiner Finger: Das kam mir zu kurz.
Um es einfach zu halten, kann auch auf die Visualisierung der Hand verzichtet werden. Stattdessen kann eine einfache Liste erstellt werden.
So wird die Methode eingesetzt: Standardmäßig wird die 5-Finger-Methode in Feedbackrunden eingesetzt.
Umsetzung im digitalen Raum: In synchronen Lehrveranstaltungen kann die 5-Finger-Methode im digitalen Raum genauso durchgeführt werden, wie in Präsenz vor Ort: Die Teilnehmenden malen ihre Hand auf einen Zettel, beschriften die verschiedenen Aspekte und halten, wenn sie ihr Feedback vorstellen möchten, den Zettel während der Videokonferenz in die Kamera und erläutern die Stichpunkte. Genauso können die Teilnehmenden den Zettel in der Lernplattform hochladen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Lehrperson eine digitale Blanko-Vorlage zur Verfügung stellt, die dann von den Teilnehmenden auf ihrem Endgerät ausgefüllt werden kann. In der Videokonferenz kann dann die ausgefüllte Vorlage geteilt werden. In asynchronen Szenarien kann auf die Feedback-Aktivität in Moodle zurückgegriffen werden oder die Abgabe-Aktivität für den Upload genutzt werden
Passende Tools für den Einsatz in der Online-Lehre: Die 5-Finger-Methode lässt sich auch ohne weiterführende Tools in die Online-Lehre integrieren.
6 Denkhüte
siehe Sechs Denkhüte
A
ABC-Liste
Die ABC-Liste ist eine Brainwriting-Methode und gehört zu den Kreativitätstechniken.
So geht's: Die Methode startet mit einer Fragestellung oder einer bestimmten Aufgabe, zu der die Teilnehmenden Ideen bzw. Assoziationen sammeln sollen. Dazu wird eine Liste die Buchstaben des Alphabets einzeln und untereinander aufgelistet. Rechts daneben muss ausreichend Platz zur Verfügung stehen, um beliebig viele Ideen zu sammeln. Die einzelnen Buchstaben werden um Ideen bzw. Antworten ergänzt, die mit dem jeweiligen Buchstaben beginnen. Das Alphabet bietet dabei nur eine Struktur und gedankliche Stütze. Es muss nicht zu jedem Buchstaben zwingend ein Wort aufgeschrieben werden. Genauso wenig muss die Reihenfolge des Alphabets beim Ausfüllen eingehalten werden. Die Idee wird immer an der passenden Stelle notiert. Die ABC-Liste lässt sich sowohl alleine als auch in der Gruppe anwenden.
So wird die Methode eingesetzt: Die ABC-Liste lässt sich gut in der Einstiegsphase einer Lehrveranstaltung einsetzen, um Vorwissen zu aktivieren: Die Teilnehmer*innen sollen bspw. alle Begriffe einsortieren, die ihnen zu einem bestimmten Thema einfallen. Aber auch in der Erarbeitungsphase kann die Methode eingesetzt werden, um Schlagworte zu sammeln.
Umsetzung im digitalen Raum: Soll die ABC-Liste in der Gruppe ausgefüllt werden, können kollaborative Tools, wie ein Etherpad helfen. Die Teilnehmenden können dann zeitgleich und parallel Schlagworte in der Liste ergänzen und sich im Anschluss austauschen.
Passende Tools für den Einsatz in der Online-Lehre: https://etherpad.hs-fulda.de/, alternativ kann auch die Etherpad-Aktivität in der Lernplattform genutzt werden.
Abstimmung
Abstimmungen lassen sich gut als aktivierende Methode innerhalb der Lehre einsetzen. Eine kurze Abfrage eines Stimmungsbildes mit vorgefertigten Abstimmungsoptionen trägt durch seine niederschwellige Umsetzungsmöglichkeiten zur Beteiligung aller Teilnehmenden bei.
So geht's: Die Lehrperson macht einen Vorschlag, über den die Teilnehmenden abstimmen können. Die Umsetzung der Abstimmung ist äußerst variabel: anonym oder öffentlich, mit Materialeinsatz oder ohne etc..
So wird die Methode eingesetzt: Abstimmungen können jederzeit als aktivierendes Tool in die Lehrveranstaltung eingebunden werden. Sei es als Methode zum Einstieg, als Zwischenabstimmung und Lernstopp oder am Ende der Lehrveranstaltung, die Abstimmung appelliert an die Teilnahme aller Studierenden. Die genaue Durchführung orientiert sich letztendlich an der Art der Abstimmung.
Umsetzung im digitalen Raum: Auch hier ist die Umsetzung von der gewählten Variante abhängig. Ampelabfragen lassen sich in Videokonferenzen bspw. recht gut realisieren, indem man verschiedenfarbige Zettel vor die Kamera hält.
Varianten: Anonyme Abstimmungen sollen sicherstellen, dass jede Teilnehmende ihre Meinung vertreten kann, ohne dass Druck durch die Gruppe ausgeübt werden kann. Dies ergibt meist ein "ehrlicheres" Meinungsbild als bei öffentlichen Abstimmungen. Weitere Varianten sind u.a. die "Punktabfrage", "Ampelabfrage", "Kartenabfrage" und "Alle, die...".
Passende Tools für den Einsatz in der Online-Lehre: Für einfache Abstimmungen: https://terminplaner4.dfn.de/ als Alternative zu Doodle-Umfragen. Außerdem verfügen Videokonferenzsysteme meist über Umfragetools. Alternativ bietet sich die Nutzung der Aktivität "Abstimmung" in der Lernplattform an.
Advocatus Diaboli
Der "Advocatus Diaboli" ist eine Methode, die bevorzugt bei Diskussionen eingesetzt wird.
So geht's: Bei der Methode des "Advocatus Diaboli" übernimmt eine der Diskussionsteilnehmenden die Rolle des Advocatus Diaboli bzw. des Bedenkenträgers. Er hinterfragt in Diskussionen die Standpunkte kritisch und nimmt stetig die "Dagegen"-Position ein. Der "Advocatus Diaboli" kann auch als vereinfachte Variante der "Sechs Denkhüte" bezeichnet werden. Statt in viele Rollen zu schlüpfen, gilt es bei dieser Methode allerdings nur eine Rolle zu verteilen.
So wird die Methode eingesetzt: Möchte man eine kontroverse Diskussion zwischen den Teilnehmenden anregen, die auch Argumente hervorbringt, an die zuvor keiner gedacht hat, eignet sich dafür die Methode des Advocatus Diaboli. Sie wird daher vorrangig in der Verarbeitungsphase eingesetzt.
Umsetzung im digitalen Raum: Über ein Videokonferenztool können Diskussionen wie in Präsenz geführt werden. Aber auch Forendiskussionen in asynchronen Szenarien sind mit dem "Advocatus Diaboli" denkbar. Für den besseren Überblick kann der "Advocatus Diaboli" seine Rolle als eine Art Signatur setzen. So sehen auch alle anderen Beteiligten im Forum, dass sie/er in der Rolle als "Advocatus Diaboli" dieses Forenposting gemacht hat.
Alle, die...
siehe Jeder, der...
B
Blitzlicht
So geht's: Die Lehrperson stellt eine Frage in den Raum. Die Studierenden werden aufgefordert eine Rückmeldung oder eine Einschätzung zur Frage in ein bis zwei Sätzen zu geben. Hat eine Teilnehmende die Frage beantwortet, ist anschließend die nächste Teilnehmende an der Reihe. Ob alle Studierenden oder nur einzelne Studierende in der Blitzlicht-Runde zu Wort kommen, entscheidet die Lehrperson anhand des Settings und der zeitlichen Planung.
So wird die Methode eingesetzt: Die Blitzlicht-Methode lässt sich zu jedem Zeitpunkt in der Lehrveranstaltung einsetzen. Mögliche Fragestellungen können bspw. Erwartungen an die Lehrveranstaltung, Erfahrungen in Bezug auf ein Thema oder die Sichtweise auf einen Diskussionspunkt/ein Argument betreffen. Die Blitzlicht-Methode kann auch sehr gut als Feedback-Methode am Ende einer Lehrveranstaltung eingesetzt werden.
Umsetzung im digitalen Raum: In synchronen Lehrszenarien lässt sich die Blitzlicht-Methode digital über eine Videokonferenz ermöglichen. Die Teilnehmenden schalten, wenn sie an der Reihe sind, ihr Mikrofon ein und äußern sich zur Fragestellung. In asynchronen Lehrszenarien kann für die Blitzlicht-Methode bspw. ein Forum oder ein Etherpad genutzt werden.
Passende Tools für den Einsatz in der Online-Lehre: https://etherpad.hs-fulda.de/, alternativ kann auch die Foren- oder Etherpad-Aktivität in der Lernplattform genutzt werden.
C
Collage
So geht's: Die Teilnehmer*innen sollen in Einzelarbeit oder in Kleingruppen zu einem vorher gewählten Thema oder einer entsprechenden Fragestellung eine Collage erstellen. Gerade das Internet bietet eine Fülle von Bildmaterialen, die eingesetzt werden können (Urheberrecht beachten!). Bei der Gestaltung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Im Anschluss werden die Collagen von den Teilnehmer*innen vorgestellt.
So wird die Methode eingesetzt: Collagen können bspw. zum Einstieg in ein neues Thema genutzt werden. Die Teilnehmenden sammeln Assoziationen zu dem neuen Thema und stellen diese als Collage zusammen. Ebenso lassen sich Collage auch in der Ergebnissicherung einsetzen. Die wichtigsten Aspekte eines Themas werden dann auf der Collage zusammengefasst.
Umsetzung im digitalen Raum: Mit Hilfe kollaborativer Tools können die Teilnehmer*innen auch gemeinsam an ihren Collagen arbeiten. Der Informationsgehalt, der in den Collagen steckt, kann als Videovortrag gepostet, per Videochat vorgetragen oder via Handout zusammengestellt werden.
Variationen: Abhängig vom Ziel des Methodeneinsatzes kann es hilfreich sein, dass entweder alle Teilnehmenden dasselbe Thema bearbeiten oder unterschiedliche Themen vergeben werden.
Passende Tools für den Einsatz in der Online-Lehre: https://www.taskcards.de/, https://draft.io/ oder https://cryptpad.fr/whiteboard
D
Dreieck der Gemeinsamkeiten
Mit dem Dreieck der Gemeinsamkeiten lässt sich die Learning Community aufbauen und stärken.
So geht's: Die Teilnehmenden werden in Dreiergruppen eingeteilt und sollen sich zu einer bestimmten Fragestellung austauschen. Meist bezieht sich die Fragestellung auf persönliche Erfahrungen. Anschließend werden Gemeinsamkeiten z.B. auf einem Flipchart oder einem Whiteboard, auf dem bereits ein Dreieck eingezeichnet ist, gesammelt. An jeder Spitze des Dreiecks wird der Name je eines Teilnehmenden notiert. An den Seiten des Dreiecks werden nun Gemeinsamkeiten der jeweils beiden außen stehenden Teilnehmenden gesammelt und in der Mitte die Gemeinsamkeiten aller Teilnehmenden. Die Methode lässt sich übrigens auch einsetzen, wenn sich die Gruppe nicht in Dreiergruppen teilen lässt: Ein Viereck der Gemeinsamkeiten funktioniert genauso gut.
So wird die Methode eingesetzt: Die Methode des Dreiecks der Gemeinsamkeiten ist universell einsetzbar. Den meisten Nutzen generiert sie in der Einstiegsphase: Alle Teilnehmenden sind aktiviert, müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen und persönlich beteiligen.
Umsetzung im digitalen Raum: In der Online-Lehre lässt sich das Dreieck der Gemeinsamkeiten über ein digitales Whiteboard realisieren, in dem das Dreieck bereits eingezeichnet bzw. hinterlegt ist. Die Teilnehmenden finden sich innerhalb einer Videokonferenz in Kleingruppen von drei Personen in Teilgruppen-Sitzungen bzw. Breakout-Rooms zum Austausch zusammen. Steht kein Whiteboard, bei dem die Teilnehmenden eigenständig die Kanten beschriften können, zur Verfügung, kann auch nur eine der Teilnehmenden die Beschriftung übernehmen. Über die Bildschirmfreigabe kann dann bspw. ein lokal installiertes Grafikprogramm geteilt werden, sodass die anderen Beteiligten die Eintragungen im Dreieck der Gemeinsamkeiten verfolgen können. Die kollaborative Herangehensweise mit einem Whiteboard ist dieser Lösung aber vorzuziehen.
Passende Tools für den Einsatz in der Online-Lehre: https://draft.io/ oder https://cryptpad.fr/whiteboard
E
Expert*innengespräch
Das Expert*innengespräch ist eine Methode aus der qualitativen Sozialforschung, die sich aber auch gut in der Lehre einsetzen lässt.
So geht's: Eine Expert*in eines Fachgebiets stellt sich den Fragen der Studierenden. Dabei steht nicht die Person im Mittelpunkt, sondern das durch die Person vertretene Fach. Hilfreich bei der Umsetzung sind vorher gemeinsam erarbeitete Leitfragen. Diese können auch wiederholt auf andere Expert*innen angewendet werden und machen die Antworten besser vergleichbar.
So wird die Methode eingesetzt: Gut geeignet ist das Expert*innengespräch in der Phase der Informationsvermittlung: Die Studierenden erhalten fundierte Information aus erster Hand. Es kann daher gut den Lehrendenvortrag oder das Lesen eines Textes ersetzen bzw. ergänzen. Kommt die Experte*in aus der Praxis ist es auch in der Phase des Transfers nutzbar.
Umsetzung im digitalen Raum: Eine Videokonferenz hat hier den Vorteil, dass Expert*innen nicht räumlich gebunden sind. So kann der Pool möglicher Expert*innen erweitert werden. Die Expert*innen nehmen wie die Studierenden an der Videokonferenz teil. Das Gespräch kann allerdings auch aufgezeichnet werden und den Studierenden als Video zur Verfügung gestellt werden.
Variationen: Laden Sie Expert*innen aus dem beruflichen Umfeld oder anderen Fachbereichen ein. Oder lassen Sie Ihre Studierenden im Laufe des Semesters zu Expert*innen in einem Gebiet werden. So erarbeiten sich Ihre Studierenden den Lerninhalt selbst.
F
Fishbowl
So geht's: Fishbowl ist eine Methode der Diskussionsführung in größeren Gruppen. Dabei diskutiert eine relativ kleine Teilgruppe in einem Stuhlkreis ein Thema, während die überwiegende Mehrheit außen herum sitzt und die Diskussion lediglich beobachtet. Dies gleicht einem Goldfisch-Glas, daher der Name "Fishbowl". Teilnehmer*innen im Innenkreis dürfen diesen verlassen und schaffen somit Platz für neue Diskussionsteilnehmer*innen von außen. Es ist auch möglich, dass Teilnehmer*innen von außen einen Diskutierenden "abklopfen" und den Platz tauschen. Ebenso kann es einen unbesetzten "Gaststuhl" im Innenkreis geben, der von den äußeren Teilnehmer*innen für eine Äußerung besetzt werden darf. Eine wichtige Rolle wird während der Fishbowl-Diskussion der Moderation zuteil, die darauf achten muss, dass die Regeln der Fishbowl-Methode eingehalten werden.
So wird die Methode eingesetzt: Die Fishbowl-Methode kann für jede Art der Diskussion eingesetzt werden. Gerade in größeren Gruppen bietet sich die Methode an, weil zwar immer nur eine kleine Gruppe fokussiert diskutiert, aber auch die anderen Teilnehmenden theoretisch jederzeit zu Wort kommen können, indem sie sich in den Innenkreis begeben. Die Methode hat den weiteren Vorteil, dass mit ihr neben fachlichen Kompetenzen auch die Sozial- und Selbstkompetenzen gefördert werden: Die Teilnehmenden im Außenkreis lernen z.B. zu beobachten und zuzuhören, die Teilnehmenden im Innenkreis zu diskutieren.
Umsetzung im digitalen Raum: Die Teilnehmenden des inneren "Stuhlkreises" lassen ihre Kamera und ihr Mikrofon während der Diskussion in der Videokonferenz eingeschaltet, während die Teilnehmenden außerhalb beides ausschalten. Möchte jemand aus dem "äußeren Kreis" an der Diskussion teilnehmen, schaltet er seine Kamera an, hebt virtuell die Hand oder meldet sich im Chat - abhängig davon, was vor Beginn der Diskussion vereinbart wurde.
Fünf-Finger-Feedback
siehe 5-Finger-Methode
Fußnoten-Referat
Die Methode "Fußnoten-Referat" ist ein echter Allrounder, was die Aktivierung von Studierenden angeht: Das Fußnoten-Referat ermuntert zur aktiven Beteiligung an der Lehrveranstaltung, erhöht die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden und sorgt gleichermaßen für Abwechslung während der Inputphasen.
So geht's: Die Lehrperson verteilt zu Beginn des Semesters oder vor einer bestimmten Lehrveranstaltung zum Thema passende Begriffe. Dies kann an alle, an ausgewählte Einzelpersonen oder auch Gruppen erfolgen (je nach Studierendenanzahl). Sie haben nun bis zum Vorlesungsstart/bis zur darauffolgenden Lehrveranstaltung Zeit, sich mit dem Begriff vertraut zu machen und ein Kurzreferat vorzubereiten. Wird der ihnen zugewiesene Begriff im Laufe des Semesters während der Lehrveranstaltung genannt, besteht die Aufgabe darin, diesen zu erklären. Dazu ist es nötig, dass die Lehrperson zuvor ihre Erwartungshaltung an das Referat erläutert, also z.B. welchen zeitlichen Umfang das Fußnoten-Referat haben soll und ob Folien dazu ausgearbeitet werden sollen.
So wird die Methode eingesetzt: Das Fußnoten-Referat ist prädestiniert für synchrone Lehrveranstaltungen. Meist wird das Kurzreferat als Impulsvortrag genutzt, auf das die Lehrperson im Folgenden aufbauen kann. Die Studierenden müssen sich in der Vorbereitung aktiv mit den Inhalten auseinandersetzen und werden in die Vermittlung von Inhalten direkt einbezogen, wodurch sowohl fachliche als auch überfachliche Kompetenzen gestärkt werden. Der Vorteil: Die vortragenden Studierenden sind meist auf einem ähnlichen Kenntnisstand wie die anderen Teilnehmenden der Veranstaltung und wissen deshalb, wie sie die Inhalte zielgruppengerecht aufarbeiten müssen.
Umsetzung im digitalen Raum: Die Methode kann sowohl in der synchronen Online-Lehre als auch in der Präsenzlehre eingesetzt werden. In beiden Fällen kann die Themenverteilung beispielsweise per E-Mail oder über die Lernplattform erfolgen. Dafür bietet sich dort die Aktivität "Abstimmung" an. Die Studierenden können sich in diesem Fall das zu bearbeitende Thema aussuchen und sich ggf. in Gruppen zusammenfinden.
G
Galerie-Methode
siehe Vernissage
H
I
Ideenkarussell
Das "Ideenkarussell" ist eine spezielle Art des Brainstormings.
So geht's: Die Lehrperson notiert jeweils einen Oberbegriff oder eine Fragestellung auf einem Arbeitsblatt, Flipchart bzw. Whiteboard und ordnet die Teilnehmenden zu. Die Bearbeitung erfolgt dann in Einzelarbeit oder in Kleingruppen. Die Teilnehmende bzw. die Gruppe hält alle Ideen fest, die sich auf den notierten Oberbegriff bzw. die Fragestellung beziehen. Anschließend wechseln die Teilnehmenden zum nächsten Arbeitsblatt, Flipchart bzw. Whiteboard und ergänzen ihre Ideen. Es wird so lange rotiert, bis alle Teilnehmenden die Gelegenheit hatten, zu jedem Oberbegriff bzw. zu jeder Fragestellung Ideen zu sammeln. Im Anschluss findet eine Auswertung der Ideen statt.
So wird die Methode eingesetzt: Das "Ideenkarussell" kann bspw. als Einstieg in ein neues Thema zur Aktivierung von Vorwissen genutzt werden. Die Methode kann in Diskussionen aber auch neue Impulse liefern.
Umsetzung im digitalen Raum: Kollaborative Tools, wie ein digitales Whiteboard oder Etherpad, sind prädestiniert für die Ergebnissicherung im digitalen Raum. Darüber hinaus sollte man den Teilnehmenden bei der Gruppenarbeit die Möglichkeit zum direkten Austausch geben. Dies kann beispielsweise über Teilgruppen-Sitzungen in Videokonferenzsystemen geschehen.
Passende Tools für den Einsatz in der Online-Lehre: https://etherpad.hs-fulda.de/, alternativ kann auch die Etherpad-Aktivität in der Lernplattform genutzt werden.
Inkshedding
Inkshedding ist eine Methode, bei der Teilnehmende schriftlich zu einem Thema wie einem gelesenen Text, einem gemeinsam angesehenen Video oder ähnlichem kommunizieren. Zentral ist, dass das Geschriebene sofort gelesen wird und Reaktionen erhält und im Anschluss das Potential hat, sich auf den weiteren Verlauf des Gesprächs in der Lehrveranstaltung auszuwirken. Inkshedding erlaubt allen, informell ihren ersten Gedanken zu einem Thema nachzugehen und sie kommunikativ einzubringen, und verhindert, dass die Diskussion sofort von einigen wenigen bestimmt wird.
Anwendung in der digitalen Lehre: Für die Teilnehmenden wird ein Pad wie Cryptpad geteilt, auf dem geschrieben und geschriebener Text kommentiert werden kann.
So geht's: Zunächst formulieren alle ihre Gedanken während einer festgelegten Zeit ähnlich wie in einem Freewriting (also schnelles Niederschreiben ohne beim Schreiben länger innezuhalten und zu überlegen) in einem zusammenhängend formulierten Text aus. Im zweiten Schritt lesen die Studierenden alle Texte und verwenden die Kommentarfunktion von Cryptpad, indem sie entweder inhaltlich auf Gesagtes eingehen, oder indem sie Stellen, die sie wichtig, inspirierend, originell oder einsichtsvoll finden, markieren und im Kommentarfeld mit einem Ausrufezeichen versehen. Die Texte oder Textpassagen mit den meisten Kommentaren oder Ausrufezeichen werden herauskopiert und in einem weiteren Pad gesammelt, um als Diskussionsgrundlage zu dienen. Wichtig ist, dass die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Gedanken der Teilnehmenden im Mittelpunkt steht, nicht etwa eine Bewertung.
Variante: Teilnehmende wählen eine Passage aus einem Text anderer Teilnehmender aus, den sie der ganzen Gruppe vorlesen.
Anwendung in der Präsenzlehre: Die Teilnehmenden schreiben ihre Texte auf Zettel, die entweder von allen oder von kleinen Gruppen gelesen werden.
So geht's: Wenn alle die festgesetzte Zeit geschrieben haben, lesen alle oder eine Gruppe jeweils eine der Gruppe zugeteilte Zahl der Texte. Beim Lesen markieren alle die Gedanken, die sie wichtig finden, durch senkrechte Striche am rechten Rand. Ein Gruppenmitglied (oder ein Herausgeber*innen-Gremium für die ganze Lehrveranstaltung) übernimmt die Verantwortung, die am häufigsten auf diese Weise markierten Passagen für die nächste Sitzung zu transkribieren, der sie dann als Diskussionsgrundlage dienen. Alternativ können die Passagen während der Lehrveranstaltung kopiert oder ausgeschnitten und mit einem Textprojektionstool geteilt werden.
Der Vorteil der Verwendung der Methode in der Präsenzlehre ist, dass die Autor*innen im selben physischen Raum sind, in dem ihre Texte gelesen werden, und so Erfahrung deutlicher wird, dass hier kommunikativ und nicht zum Zweck der Bewertung geschrieben wird.
So wird die Methode eingesetzt: Inkshedding eignet sich dafür, alle Teilnehmenden beim Nachdenken über einen Gegenstand einzubeziehen und ihnen Zeit zu geben, das Thema schriftlich zu durchdenken. Gleichzeitig lernen Studierende, diskursiv und kommunikativ zu schreiben, da die Erwartung des Lesens durch Andere leser*innenorientiertes Schreiben fördert.
Hier können Sie Cryptpad als Gäste mit Bearbeitungsrechten ausprobieren.
J
Jeder, der...
"Jeder, der..." ist eine niederschwellige Methode für den Einstieg in die Lehrveranstaltung. Darüber hinaus ist "Jeder, der..." als einfache Abstimmungsmethode geeignet, die auch gut in der digitalen Lehre eingesetzt werden kann.
So geht's: Die Lehrperson gibt eine Aussage vor und jeder, auf den diese Aussage zutrifft, muss eine bestimmte Aktion durchführen. Die Aktion wird zuvor festgelegt.
So wird die Methode eingesetzt: Die "Jeder, der..."-Methode kann bereits zu Beginn einer Lehrveranstaltung die Teilnehmenden aktivieren: Alle sind direkt einbezogen und müssen sich beteiligen. Dabei ist die Methode sehr niederschwellig, denn jeder kann mitmachen. Gleichzeitig unterstützt die Methode bei der Bildung einer Learning Community, indem sich die Teilnehmenden untereinander besser kennenlernen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen.
Umsetzung im digitalen Raum: Diejenigen Teilnehmer*innen, auf die die genannte Aussage zutrifft, schalten ihr Kamerabild an. Alle anderen schalten ihr Kamerabild aus.
K
Kartenabfrage
Die Kartenabfrage ist eine sehr vielseitige Methode, die zur Sammlung und Strukturierung von Stichpunkten genutzt werden kann.
So geht’s: Die Lehrperson stellt eine Aufgabe bzw. Frage in den Raum. Die Teilnehmenden formulieren stichpunktartig Antworten auf zuvor ausgeteilten Karten (je ein Stichpunkt pro Karte). Die Karten werden gesammelt und für alle sichtbar an ein Board geheftet. Die Lehrperson kann dafür bereits eine entsprechende Struktur vorgegeben haben, in die die Teilnehmenden ihre Karten direkt einsortieren. Genauso können die Karten im Anschluss gemeinsam oder durch die Lehrperson strukturiert werden und die Strukturierung im Plenum vorgestellt werden. Ein zusätzlicher Vorteil der Kartenabfrage ist, dass im Nachgang die Karten mit Klebepunkten „bepunktet“ werden können, sodass einzelne Karten eine stärkere Gewichtung erhalten als andere. Dazu wird an alle Teilnehmenden eine bestimmte Anzahl an Klebepunkten verteilt, mit denen sie dann die Karten, die sie hervorheben möchten, bekleben können. So ergibt sich ein differenzierteres Bild innerhalb der Kartenabfrage.
So wird die Methode eingesetzt: Kartenabfragen sind als Dokumentationsmethode universell einsetzbar: Zu Beginn der Lehrveranstaltungen lassen sich Erwartungen abfragen. Es lassen sich Ideen sammeln und erarbeiten, aber genauso Feedback am Ende einer Lerneinheit einholen. Alle Teilnehmenden haben die Chance, sich aktiv zu beteiligen und ihren Beitrag zur Kartenabfrage zu leisten. Es werden alle Antworten gehört.
Umsetzung im digitalen Raum: Es gibt viele Online-Tools, mit denen Kartenabfragen in der Online-Lehre durchgeführt werden können. Meist wird in den jeweiligen Tools sogar das Board mit entsprechenden Karten visualisiert. Die Vorgehensweise unterscheidet sich nur wenig von Kartenabfragen vor Ort. Allerdings sollte berücksichtigt werden, dass nicht jedes Tool neben dem Sammeln von Karten auch das Strukturieren erlaubt.
Passende Tools für den Einsatz in der Online-Lehre: https://hs-fulda.taskcards.app/, https://cryptpad.fr/kanban oder https://ideaboardz.com/ eignen sich gut für digitale Kartenabfragen
Kopfstand
Der Kopfstand ist eine Kreativitätstechnik. Mit der Methode kann durch Umkehrung des ursprünglichen Problems zu dessen Lösung gelangt werden.
So geht's: Zunächst gilt es, das eigentliche Problem zu besprechen und klar umrissen festzulegen. Sodann wird das Gegenteil des ursprünglichen Problems notiert. Anschließend wird in Teilgruppen besprochen, mit welchen Maßnahmen dieses Gegenteil erreicht werden kann. Die Ideen werden festgehalten und danach in der Gesamtgruppe strukturiert. Die Teilnehmenden versuchen abschließend, die zuvor eruierten Maßnahmen umzukehren und so zu formulieren, dass Aspekte daraus werden, die das Ursprungsproblem zu lösen vermögen.
L
Lernstopp
Die Methode "Lernstopp" dient zur Aktivierung und Auflockerung während der Inputphasen. Anders als der Name der Methode vermuten lässt, wird gerade auch während eines "Lernstopps" gelernt.
So geht's: Beim Lernstopp wird der Vortrag oder die Präsentation des Lehrenden an einer geeigneten Stelle unterbrochen, damit die Lernenden den Input verarbeiten können. Dies kann unterschiedliche Ausprägungen haben, wie ein Denk-Stopp, ein Schreib-Stopp oder ein Frage-Stopp. Dafür wird eine Aufgabe vom Lehrenden formuliert z.B. "Versuchen Sie Beispiele zum Gehörten zu finden" oder "Fassen Sie den Inhalt in 3-5 Stichworten zusammen". Es sind verschiedene Sozialformen möglich - von der Einzel- bis hin zur Kleingruppenarbeit. Nach dem "Lernstopp" kann die Inputphase fortgesetzt werden.
So wird die Methode eingesetzt: Die Methode "Lernstopp" lässt sich problemlos in jede Inputphase integrieren. Um die Lehre lernförderlich zu gestalten, sollten Lehrende die eigentlichen Inputphasen auf eine Dauer von maximal 20 Minuten beschränken. Ein "Lernstopp" im Anschluss aktiviert die Studierenden zur Mitarbeit und erhöht die Aufmerksamkeit: Sie können über den Input reflektieren bzw. den Inhalt verarbeiten.
Umsetzung im digitalen Raum: Auch im digitalen Raum ist die Methode "Lernstopp" einfach umzusetzen. Die Ausgestaltung des "Lernstopps" hängt sehr von der Art bzw. Darbietungsweise des Inputs ab. Bei asynchronen Veranstaltungen kann der Input bspw. in einem Video verarbeitet sein. Mit entsprechenden Tools lassen sich Zwischenfragen in die Videos integrieren, die die Studierenden erst beantworten müssen, bevor das Video weiterläuft. Bei synchronen Veranstaltungen können in der zugehörigen Videokonferenz genauso wie in Präsenz die Studierenden direkt angesprochen und Arbeitsaufträge entsprechend verteilt werden, z.B. das Ausfüllen einer Abstimmung/Umfrage in der Videokonferenzsoftware.
Passende Tools für den Einsatz in der Online-Lehre: Über die H5P-Aktivität in Moodle lassen sich interaktive Videos erstellen. Über die Videostreamingplattform Panopto lassen sich ebenfalls Quizfragen in Videos integrieren.
M
N
O
One-Minute-Paper
siehe 1-Minuten-Papier
P
Q
R
S
Scrabble
So geht's: Anhand eines Ankerbegriffs werden weitere Begriffe gesammelt, die mit diesem zusammenhängen. Ein Ankerbegriff wird senkrecht auf ein Plakat oder Whiteboard/an die Tafel geschrieben. Die Studierenden sollen zu den Buchstaben des Ankerbegriffs Wörter assoziieren, die mit dem Ankerbegriff zusammenhängen. Je nach Anwendungsszenario trägt die Lehrperson die Wörter an der entsprechenden Stelle ein oder die Studierenden tragen die Begriffe eigenständig ein.
So wird die Methode eingesetzt: Die Methode kann beispielsweise eingesetzt werden, um die Vorkenntnisse der Studierenden zu einem Thema zu erheben oder auch die wichtigsten Schlagworte am Ende einer Lerneinheit noch einmal zusammenzufassen.
Sechs Denkhüte
Mit der Sechs Denkhüte-Methode wird ein komplexes Problem oder eine Aufgabe aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.
So geht's: An die Teilnehmenden werden sechs "Denkhüte" verteilt. Diese Hüte ordnen den jeweiligen Personen Rollen zu. Diese Rollen bestimmen, welche Perspektive die Personen bei der Bearbeitung der Aufgabe einnehmen:
- weiß = neutral und analytisch. Für diese Rolle sind Zahlen und Fakten wichtig.
- rot = subjektiv und emotional. Diese Rolle bewertet die Aufgabe und Lösungen sehr subjektiv.
- schwarz = pessimistisch und kritisch. Diese Rolle konzentriert sich auf Argumente, die negative Aspekte oder Risiken betonen.
- gelb = optimistisch. Diese Rolle betont Vorteile und positive Aspekte, sieht Chancen.
- grün = innovativ. Diese Rolle macht neue Vorschläge und konzentriert sich auf kreative Ideen.
- blau = ordnend. Diese Rolle behält den Überblick, sammelt und strukturiert die Ideen.
Simulation
Die Methode "Simulation" lässt die Teilnehmenden Erlerntes direkt anwenden und eigene Verhaltensweisen reflektieren.
So geht's: Mit der Methode "Simulation" werden reale Situationen aus der Berufspraxis durch die Teilnehmenden selbst simuliert. Eine Protagonist*in steht im Mittelpunkt der Simulation. Ziel ist es, das Verhalten der Protagonist*in zu analysieren und zu optimieren. Die Protagonist*in beschreibt die Situation, damit sich die anderen Teilnehmenden sich in die Situation einfinden können. Sie agiert in der Simulation wie sie es in der realen Situation tun würde. Die anderen Teilnehmenden agieren als Zielgruppe. Die Methode "Simulation" verläuft nach zuvor festgelegten Regeln und einem festen Schema, welches die Moderation beachten und für dessen Einhaltung sie sorgen sollte. So kommt nach Abschluss der Simulation zuerst die Protagonist*in zu Wort. Diese verdeutlicht ihre Empfindungen während der Simulation und gibt Rückmeldung zum Verhalten der Gruppe. Erst danach darf die Gruppe der anderen Teilnehmenden ihr Feedback zur Situation geben, was sie in dieser Simulation wahrgenommen haben. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass klar kommuniziert wird, was Wahrnehmung und was Interpretation ist. Im Anschluss an die Äußerungen der Gruppe darf die Protagonist*in nochmals Stellung dazu beziehen. Erst im letzten Schritt sollte die Moderation den Raum für eine Diskussion öffnen, um sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden gehört wurden.
So wird die Methode eingesetzt: Möchte man die Studierenden Situationen aus der Berufspraxis realitätsnah durchleben lassen, bieten sich Simulationen an. Sie können gerade Erlerntes direkt anwenden, sich aber auch neues Wissen erarbeiten. Gleichzeitig wird durch die Methode der (Selbst-)Reflektionsprozess angeregt und direkt in Gang gesetzt.
Umsetzung im digitalen Raum: Über Videokonferenzen lassen sich Simulationen ebenfalls durchführen. Wichtig ist dabei, dass alle Teilnehmenden ihr Video einschalten. Im Fall der digitalen Umsetzung sollte man im Hinterkopf behalten, dass bei einer solchen Simulation Informationen verloren gehen können. Mimik und Gestik werden in Videokonferenzen anders wahrgenommen als in realen Situationen.
Stummes Schreibgespräch
Das stumme Schreibgespräch ist eine Methode der schriftlichen Kommunikation über ein Thema, das durch einen Impuls, eine Fragestellung o.Ä. aufgezeigt wird. Durch das Aufbrechen herkömmlicher Kommunikationsmuster bietet die Methode zurückhaltenden Lernenden die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung.
Umsetzung in der Präsenzlehre: Es werden auf einem oder mehreren Tischen Papiere verteilt, auf denen Fragen, Themen, Aussagen oder andere Impulse notiert sind. Es ist darauf zu achten, dass die Teilnehmenden ungehindert um die Tische herum gehen können.
So geht's: Die Lernenden haben die Aufgabe, den Impuls selbstständig mit einem Kommentar zu ergänzen. In der nächsten Runde bewegen sich die Lernenden im Uhrzeigersinn einen Tisch weiter und nehmen nun Stellung zu einem anderen Impuls. Während der Durchführungsphase herrscht absolutes Sprechverbot. Es darf ausschließlich geschrieben werden. Das Schreibgespräch endet nach einer bestimmten Zeit oder wenn sichtbar wird, dass der Schreibfluss bei den Teilnehmenden deutlich abnimmt. Auf das stumme Schreibgespräch folgt ein Gespräch, in dem die Teilnehmenden „laut“ über die Ergebnisse diskutieren dürfen. Bei größerer Teilnehmendenzahl werden Kleingruppen gebildet und mehrere "stumme Schreibgespräche" parallel geführt.
So wird die Methode eingesetzt: Das "stumme Schreibgespräch" eignet sich zur Feedbackformulierung, aber auch zum Einstieg in ein Thema.
Umsetzung im digitalen Raum: Die Methode kann in mehreren Varianten im digitalen Format durchgeführt werden.
- Variante: Die Lehrperson eröffnet mehrere Teilgruppensitzungen, die jeweils nach einem Thema benannt werden. Die Teilnehmenden rotieren zwischen den Sitzungen und geben ihren schriftlichen Kommentar über die Chatfunktion ab. Wichtig ist bei dieser Variante, dass die Lehrperson die Ergebnisse im Chat sammelt, bevor die Teilgruppensitzungen geschlossen werden. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die zuvor verfassten Chatnachrichten auch für diejenigen sichtbar sind, die erst später der Teilgruppensitzung beitreten.
- Variante: Die Methode kann aber auch im Plenum im digitalen Raum durchgeführt werden. Das Sprechverbot ist hierbei sogar noch leichter einzuhalten. Die Lehrperson eröffnet ein Whiteboard oder ein Etherpad für jeweils einen Impuls. Die Teilnehmenden können ganz einfach unter jedem Impuls eine Stellungnahme verfassen und bisher Geschriebenes kommentieren (anonym oder mit Namen). Für den Austausch ist auch jedes andere digitale Schreibtool möglich.
T
Think - Pair - Share
So geht's: Die Think-Pair-Share-Methode ist in drei Phasen untergliedert: Think: Studierenden bearbeiten eine Aufgabe in Einzelarbeit und notieren ihre Ergebnisse. Pair: Studierende diskutieren (bzw. chatten) über ihre Ergebnisse in einer Partnerarbeit. Sie vergleichen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Antworten und Lösungen. Share: die Antworten werden anderen Paaren vorgestellt.
U
V
Vernissage
So geht's: Die Lehrperson bringt thematische "Ausstellungsstücke" mit. Dies können z. B. Studien, Poster, Kunstwerke, Ergebnisse von vorherigen Gruppenarbeiten oder Projektphasen sein. Diese Ausstellungsstücke werden dann im Raum verteilt positioniert (z. B. auf Flipcharts, Pinnwänden, Raumwänden). Die Studierenden können anschließend alleine oder in festgelegten Gruppierungen herumgehen und die Ausstellungsstücke betrachten. Auch hier bestehen erneut zwei Varianten: A) Die Studierenden äußern ihre Meinung/Assoziationen direkt vor der Gruppe oder B) Die Studierenden notieren Bemerkungen auf Klebezetteln neben dem entsprechenden Ausstellungsstück. Nachdem alle Studierenden alle Ausstellungsstücke gesehen haben, wird im Plenum ein Gesamtresümee gezogen.
Vortrag
So geht's: Die Studierende tragen vorbereitete Vorträge über bestimmte Themen vor. Am Ende des Vortrags erhalten die Studierenden vom Dozenten und den anderen Studierenden ein Feedback.
W
Walk & Talk
Beim "Walk & Talk" handelt es sich um eine Methode, die Bewegung und Gespräch mit dem Ziel der Aktivierung miteinander verbindet. Im Rahmen des GO-IN-Projekts wurde der "Walk & Talk" als gelungenes Lehrbeispiel an der Hochschule Fulda identifiziert.
So geht's: Mit dem "Walk & Talk" wird das Ziel verfolgt, der gefühlten Rolle der Passivität für die Zuhörenden mit einer aktivierenden, sinnesfordernden Lernform entgegenzuwirken. Die Zuhörenden bleiben zum Vortrag nicht im Vorlesungsraum sitzen, sondern wechseln von ihrer sitzenden Zuhörerrolle zu einer mobilisierten Teilnehmendenrolle. Hierbei sind unterschiedlichste Varianten denkbar. Eine Variante ist die Kombination studentischer Kurzvorträge zu den in den Selbstlernphasen erarbeiteten Themen mit einem tatsächlichen Spaziergang. Die Studierenden stellen ihre Arbeitsergebnisse während eines entspannten Spaziergangs vor.
Denkbar wäre hierzu ein Rundgang mit unterschiedlichen Erzählstationen. Diese Talkpoints dienen dem Moment des Vortrags und der Diskussion, die Spaziergänge zum jeweils nächsten Talkpoint zur Reflexion und dem Austausch.
So wird die Methode eingesetzt: In alternierenden Lehrsettings werden die Präsenzphasen vielfach zur gegenseitigen Vorstellung der Lernergebnisse aus den onlinebasierten Selbstlernphasen genutzt. Diese Vortragsreihen wirken aufgrund der passiven Rolle der Zuhörenden oftmals ermüdend. Beim "Walk & Talk" werden die Aufmerksamkeit und Konzentration der Studierenden gesteigert und Interaktionen gefördert, die als Ergänzung zur Onlinelehre wichtig sind.
Wetterkarte
So geht's: Die Teilnehmer*innen geben symbolisch Rückmeldung zu ihrer Stimmung, ihren Erwartungen oder auch Erfahrungen: Die Teilnehmer suchen sich zu jeder Fragestellung das ihrer Rückmeldung entsprechende Wettersymbol aus (z.B. Sonne, Regenwolke, Blitz) und bringen diese Symbole anschließend auf einer großen Karte an. So entsteht eine Wetterkarte, die entsprechende Rückmeldungen visualisiert.
World Café
World Café ist eine didaktische Methode zur Förderung des Austauschs in Gruppen. Sie ermöglicht auch bei einer Veranstaltung mit einer Großgruppe allen Teilnehmenden, sich mit ihren Gedanken zu den zu besprechenden Themen einzubringen.
So geht's: An einzelnen Stationen (z.B. an einzelnen Tischen) wird zu (verschiedenen) Aspekten mit mehreren Teilnehmenden diskutiert. Die Teilnehmenden werden dazu an die Stationen verteilt. Relevante Inhalte und Ergebnisse der Diskussion werden direkt an der Station (bei einem Tisch auf der "Tischdecke") festgehalten. Nach einer vorgegebenen Zeit wechseln die Teilnehmenden und die Gruppen werden neu gemischt und an die Stationen verteilt.
Ablauf im Detail: Benötigt werden pro Station ein bis zwei Personen, die als "Gastgeber*innen" die Moderation bzw. Koordination des Themas an ihrer Station verantworten. Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmenden wechseln diese Personen nicht die jeweiligen Stationen, sondern bleiben an ihren und moderieren den Gesprächsverlauf. Alle Teilnehmenden sind dazu aufgerufen, ihre Ideen mit einzubringen, um gerne auch kontrovers über die jeweiligen Themen zu diskutieren. Die "Tischdecke" dient hierbei als Sammeloption jeglicher Punkte, die die Teilnehmenden für relevant erachten. Die Dauer der Diskussionsrunde an den Stationen sollte vorab besprochen werden. Die Aufgabenstellung bzw. die Aspekte, über die sich an den jeweiligen Stationen ausgetauscht werden soll, müssen klar formuliert sein und zum Gespräch einladen. Die Diskussionen müssen nicht zwingend zu einem Konsens in der Gesprächsrunde führen, es dient viel eher dem allgemeinen Austausch und dem Diskurs. Die Moderator*innen der Stationen fassen gegen Ende der jeweiligen Diskussionsrunde die Ideen zusammen und halten diese ebenfalls auf der Tischdecke fest, bevor sie sich von der Gruppe verabschieden und die nächste Gesprächsrunde die Station betritt. Nach einer kurzen Begrüßung geben die Moderator*innen einen Anstoß, in dem sie über das berichten, was vorab in der Diskussionsrunde bzw. den Diskussionsrunden diskutiert wurde. Für ein World Café sollte je nach Gruppengröße mindestens 45 Minuten Zeit eingeplant werden, so dass wirklich jede*r die Chance hatte, an jedem Tisch mitzudiskutieren.
So wird die Methode eingesetzt: Die Methode ist selbst für Großgruppen gut geeignet und birgt dabei sogar besonderes Potenzial: Durch das Wechseln der Tische und die in jeder Runde neu zusammengestellten Gesprächsgruppen können im Laufe des World Cafés alle Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen. Die Atmosphäre von World Cafés fördert einen engeren Austausch als eine Debatte mit allen Kursteilnehmer*innen zur gleichen Zeit.
Umsetzung im digitalen Raum: Auch online lässt sich das World Café gut umsetzen. Zwar geht der Charme des "im-Café-Sitzens" verloren, allerdings können sich die Teilnehmenden auch im digitalen Raum gut in Kleingruppen austauschen. In den meisten Videokonferenzsystemen stehen Teilgruppensitzung, Breakout-Rooms etc. zur kollaborativen Gruppenarbeit zur Verfügung. Vorteil: Videokonferenzsysteme mit entsprechenden Features zur Kleingruppenarbeit, bieten meist ebenfalls die Möglichkeit, dass sich die Gruppen aus allen Teilnehmenden zufällig zusammenzustellen lassen und/oder dass sich Teilnehmende selbstständig einer Gruppe zuordnen können.
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Die vorliegende Methodensammlung entstand unter Mitwirkung der Teilnehmenden der E-Tutorien-Kurse der Hochschule Fulda. Danke an dieser Stelle!