Jona erhält einen besonderen Auftrag: Er soll nach Ninive gehen, in die Hauptstadt des assyrischen Reiches – jenes brutalen Volkes, das Israel bedrohte. Aufregend: ein jüdischer Prophet in einer heidnischen Stadt. Gottes Gnade findet immer Wege zu den Menschen, die ich nicht sehe!
Jona bricht auf – und segelt in die entgegengesetzte Richtung. Irgendwie verständlich. Bemerkenswert: Gott gibt ihn nicht auf. Selbst als er über Bord geworfen wird, sorgt Gott für ihn – mit einem grossen Fisch.
Was sehen wir? Einen Propheten, der vor Gott flieht – und einen Gott, der seinem Volk nachgeht. Keine Situation ist ihm zu aussichtslos, kein Weg zu ungewöhnlich, um uns mit seiner Gnade zu erreichen. Jona erfährt buchstäblich: Es gibt keinen Ort, an dem Gott nicht ist. Ja: Wie oft ist er gerade dort, wo wir ihn nicht erwarten! David sagt es ähnlich: «Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äussersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen.» Gott wirkt auch dort, wo wir ihn am wenigsten erwarten!
Im Bauch des Fisches – ein Bild völliger Hoffnungslosigkeit – wendet sich Jona schliesslich Gott zu. Er entdeckt, dass Gottes Gegenwart wichtiger ist als jede Lösung. «Besser ist es, in der Krise Gott an seiner Seite zu haben, als einen Ausweg ohne ihn. Denn wichtiger als jede Lösung ist seine Gegenwart», so hat es jemand formuliert. Ganz ähnlich Asaf: «Wenn ich nur dich habe!» Genau das erfährt Jona: «Ich rief zu dem Herrn – und er antwortete mir.»
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: «Ich bin zu weit weggelaufen – für mich gibt es keinen Weg zurück.» Oder du triffst Menschen, die so empfinden. Doch die Geschichte von Jona sagt uns zu: Gottes Gnade sucht dich – unverbrüchlich. Wenn du dich umdrehst, ist er schon da.
Es ist so: Mehr als den Ausweg brauchen wir seine Gegenwart. Und dann der Hammer: Mit der Versuchung, mit der Prüfung schafft er auch den Weg – hindurch und hinaus.