„Hey MitschülerInnen, heute wollen wir euch in einem kurzen Workshop für das Thema ‚Cybermobbing‘ sensibilisieren. Wählt eine Person aus der Klasse, die von nun an die Anweisungen (blaue Kästen) vorliest. Mindestens eine weitere sollte die Infotexte vortragen. Vielen Dank!“🙏
Das wirst du heute lernen:
- Cybermobbing - Was ist das?
- Mögliche Auswirkungen von Cybermobbing
- Faktencheck - Wie häufig wird eigentlich gemobbt?
- Was sagt das Gesetz?
- Hilfe, ich werde gemobbt - Was kann ich tun?
- Klicksafequiz - Testet euer Wissen über „Cybermobbing“
„Richtet euch gleich noch einen Notizzettel 🗒 und einen Stift ✏️ her und dann kann es auch schon losgehen... schaut euch dazu gleich einmal das erste Video an. Beschreibt anschließend die dargestellte Situation und überlegt, wie sich das Mädchen fühlen könnte...!“
„Habt ihr euch ausgetauscht? Ok, sicher sind wir uns einig, dass es für das Mädchen keine angenehme Situation ist. Die Reaktionen auf ihren Post stimmen sie traurig. Wenn jetzt schon jemand von euch das Wort ‚(Cyber-) Mobbing‘ erwähnt hat, ist das zwar nachvollziehbar, wir sollten uns aber dennoch einmal genauer über den Begriff unterhalten...“
1. Cybermobbing - Was ist das?
Unter Cybermobbing versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mithilfe von Internet- und Mobiltelefondiensten über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Täterin, der Täter – auch „Mobber“ genannt – sucht sich ein Opfer, das sich nicht oder nur schwer zur Wehr setzen kann.
Oft handelt der Mobber anonym, sodass das Opfer nicht weiß, von wem genau die Angriffe stammen. Gerade bei Cybermobbing unter Jugendlichen kennen Opfer und Mobber einander aber meist aus dem „realen“ persönlichen Umfeld wie z. B. der Schule oder dem Heimatdorf. Die Opfer haben deshalb fast immer einen Verdacht, wer hinter den Attacken stecken könnte.
Das CYBERmobbing hängt oft mit Mobbing in der echten Welt (OFFLINEmobbing) zusammen: Teils wird das Mobbing online weitergeführt, teils beginnt Mobbing online und setzt sich dann im Schulalltag fort.
Was ist besonders an Cybermobbing - Unterschiede zum Offlinemobbing
- Eingriff rund um die Uhr in das Privatleben möglich
- unüberschaubar großes Publikum
- extrem schnelle Verbreitung von Inhalten
- Anonymität und Distanz (Betroffenheit des Opfers nicht unmittelbar sichtbar, Mobber fühlt sich sicher, Beleidigungen fallen virtuell, ohne Face-to-Face-Kontakt leichter)
„Lasst uns noch einmal an die Eingangssituation zurückdenken. Kann hier schon von Mobbing die Rede sein?“
„Diskutiert kurz: Treffen die nachfolgenden Punkte aus der Begriffsklärung zu?“
- Absichtlich ?
- Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen?
- Mithilfe von Internetdiensten?
- Über längeren Zeitraum?
- Anonyme Täterin oder Täter?
„Klar, die Beleidigungen finden absichtlich und mittels sozialer Medien, also vor einem großen Publikum statt. Ob die Schülerin, die Täterin bzw. den Täter kennt und ob das schon häufiger vorgekommen ist, lässt sich schlecht sagen. In jedem Fall könnte dies aber der Anfang von (Cyber)Mobbing sein. Die Schülerin sollte die anderen User zumindest blockieren. Welche Möglichkeiten es noch gibt, um sich zu wehren, das erfährst du später.“
„Jetzt schauen wir uns ein weiteres Beispiel an. Notiert euch während des Filmausschnitts bereits mögliche Auswirkungen und Folgen des ‚Cybermobbings‘ !“
2. Mögliche Auswirkungen von Cybermobbing
„Sammelt gemeinsam mit der Lehrkraft weitere Probleme, die Cybermobbing mit sich bringen kann und notiert diese auch auf eurem Notizzettel. Vergleicht eure Ergebnis mit der nachfolgenden Übersicht!“
Vielfältige Auswirkungen und Folgen:
- gesundheitliche und psychische Problemen, z. B. Schlafstörungen und Albträume
- Auswirkungen auf Selbstwertgefühl und Selbstachtung, z. B. durch verletzende und demütigende Kommentare
- Im schlimmsten Fall dauerhafte gesundheitlichen Schäden: z. B. Depressionen, Angstzustände (leider auch Selbstmord!)
„Ihr seht, Cybermobbing darf niemals unterschätzt werden! Eltern, Lehrkräfte, Freunde und Familie sollten ein wachsames Auge auf ihre Mitmenschen haben, die regelmäßig nach der Schule in den sozialen Netzwerken unterwegs sind und irgendwann ein dauerhaft auffälliges Verhalten zeigen – sei es als Täterin bzw. Täter oder als Opfer.“
„Leider kommt Cybermobbing häufiger vor, als man es wahrhaben möchte, vor allem auch an Realschulen. Schaut euch dazu gemeinsam mit der Lehrkraft das nachfolgende Schaubild an und sprecht darüber!“
3. Faktencheck - Wie häufig wird eigentlich gemobbt?
„Hier könnt ihr die Ergebnisse der Studie noch einmal in Worten nachlesen. Wenn ihr die Grafik bereits ausführlich besprochen habt, könnt ihr die nachfolgende Übersicht überspringen.“
- In der Altersgruppe der Zwölf- bis 19-Jährigen geben Zwei Fünftel (37 %) an, dass in seinem Bekanntenkreis schon einmal jemand im Internet oder per Handy fertig gemacht wurde.
- Mädchen haben dies mit 42 Prozent schon häufiger mitbekommen als Jungen (31 %).
- Je älter die Jugendlichen sind, desto höher ist der Anteil derer, die schon von so einem Fall erfahren haben. Ob dies nun an der größeren Lebenserfahrung und dem größeren Freundeskreis der Älteren liegt, oder ob dies dort häufiger vorkommt, kann an dieser Stelle nicht festgestellt werden.
- Bei der Betrachtung des Bildungshintergrunds zeigt sich, dass an Gymnasien mit 33 Prozent weniger Jugendliche von dieser Problematik betroffen sind als bei den Schultypen Real-/Hauptschule (45 %).
„Uff... das ist echt nicht cool. Dabei gibt es einige Gesetze und Strafen, die zur Verteidigung gegen Cybermobbing angewendet werden können. Aber lest selbst...“
4. Was sagt das Gesetz?
„Cybermobbing wird gesetzlich nicht direkt bestraft. In einem Cyber-Mobbing-Fall können aber Gesetze des Strafgesetzbuchs greifen.“
§ 185 Beleidigung, §186 Üble Nachrede, § 187 Verleumdung
Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
§ 238 Nachstellung
Wer einem Menschen unbefugt nachstellt, indem er
- beharrlich seine räumliche Nähe aufsucht,
- unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln (...) Kontakt zu ihm herzustellen versucht,
- unter missbräuchlicher Verwendung von dessen personenbezogenen Daten Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen für ihn aufgibt oder
- Dritte veranlasst, mit diesem Kontakt aufzunehmen,
- ihn mit der Verletzung von Leben, körperlicher Unversehrtheit, Gesundheit oder Freiheit seiner selbst oder einer ihm nahe stehenden Person bedroht (...)
... wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
§ 22 KunstUrhG: Recht am eigenen Bild
Für die Veröffentlichung von Bildern im Netz wird das Einverständnis der abgebildeten Person/en bzw. des Bilderzeugers benötigt (Recht am eigenen Bild, Urheberrecht). Das Gleiche gilt für die Verbreitung von Tonaufnahmen (§201).
„So, Gesetze gibt es einige, doch was kannst du im konkreten Fall tun, wenn akut und schnell Hilfe nötig ist...?“
5. Hilfe, ich werde gemobbt - Was kann ich tun?
„Keinesfalls darf man sich von den Schikanen der andere beeinträchtigen lassen, im Idealfall wird man sie ignorieren. Und sonst? Sammelt zunächst gemeinsam Ideen z. B. anhand einer Mind-Map und schreibt auf eurem Notizzettel mit. Vergleicht anschließend euer Ergebnis mit den nachfolgenden Aspekten und ergänzt diese gegebenenfalls auf eurem Blatt.“
Vorgehen bei Cybermobbing
- Nutzer sperren/blockieren
- Änderung der Handynummer
- SMS oder E-Mails nicht beantworten
- Beweismaterialien sichern
- Meldung an die BetreiberInnen der Seite
- Polizei einschalten (v. a. bei illegalen Vorfällen)
Cyber-Mobing-Erste-Hilfe-App
Mobbing im Internet kann zu einer ernsten Belastung werden. Deshalb haben die Mitglieder des klicksafe-Youth Panels eine Cyber-Mobbing-Erste-Hilfe App entwickelt. Diese hat inzwischen mehrere internationale Preise gewonnen. Ihr könnt euch auch Hilfe holen
Weitere Hilfe findet ihr auf der Homepage „https://www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendberatung“, unter der Telefonnummer: 116111
Bildquelle: Janina Hofmann 2020
„Das nachfolgende Video ermöglicht dir einen ersten Blick in die App. Notiere dir am besten den Namen auf deinem Notizzettel! Zudem findest du nach dem Video die Links zum Download der App.“
„Nachfolgend kannst du dir noch einen Flyer zum Thema ausdrucken. Falls dieser im Vorfeld bestellt wurde, kann er nun von der Lehrkraft ausgeteilt werden.“
„Schön langsam kommen wir zum Ende. Wenn ihr noch ein wenig Zeit habt, könnt ihr gemeinsam mit der Klasse das folgende Quiz machen. Mal sehen, wie viel hängen geblieben ist. Viel Spaß 😉!“
6. Klicksafequiz - Testet euer Wissen über Cybermobbing
„Wow, ihr wart so fleißig. Zum Schluss haben wir noch eine Bitte: Nehmt euren Notizzettel mit nach Hause und sprecht auch mit euren Eltern und Freunden über das Thema. Ihr seid jetzt ‚Cyber-Mobbing-Experten’, lasst auch andere von eurem Wissen profitieren! Bis zum nächsten Mal! Eure RSI-Medientutoren der Netzgänger.“😊
Dieser Medienkurs ist Teil einer Reihe von Medienworkshops für die unterschiedlichen Jahrgangsstufen der Realschule. Er ist in Zusammenarbeit mit der Lehrkraft Corinna Mosch (MiB) und den SchülerInnen Janina Hofmann, Nora Buhmann, Tanja Bichler, Meilie Dao und Melina Kink im Schuljahr 2019/2020 an der Johann-Andreas-Schmeller-Realschule Ismaning entstanden.
Quellen
- https://youtu.be/fpkxT0q6jSg
- https://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-mobbing/cyber-mobbing-was-ist-das/ (Aufruf am 2.11.2020).
- https://arbeits-abc.de/cybermobbing-definition-beispiele-sowie-folgen-fuer-opfer-und-taeter/ (Aufruf am 2.11.2020).
- Was tun bei (Cyber)Mobbing? Systemische Intervention und Prävention in der Schule. EU-Initiative klicksafe in Zusammenarbeit mit KONFLIKT-KULTUR (Hrsg.). 3. überarbeitete Auflage 2019.
Danksagung:
Erstellt mit Bildern von Wokandapix - "no hate word letters" • un-perfekt - "bullying cyberbullying insult" • Tumisu - "checklist list hand" • PDPics - "unhappy man mask" • geralt - "clause paragraph book" • Alexas_Fotos - "no hate action against cyberbullying"