Ein Dutzend Stimmen, fünf Lieder, ein Beamer, kein Instrument. Mein letzter Besuch in einer kleinen Gemeinde hat mich wieder daran erinnert: Es braucht sehr wenig, um Gott mit Musik gemeinsam anzubeten. Die Zutaten für eine vollwertige Lobpreis-Zeit sind simpel, doch sie wollen gut ausgewählt sein. Schluss mit der Lobpreis-Lüge, dass Qualität nur mit steigender Komplexität erreicht werden kann. Auch wenn es da den einen oder anderen Trick gibt, damit simpel auch gut klingt.
Wenn es still wird
Der letzte Refrain verklingt. Hinter mir singt eine ältere Dame die letzte Zeile mit zittriger Stimme – und ich spüre: Das war nicht Routine, sondern echter, roher Glaube. Für einen Moment ist es still. Keine Synthesizer-Fläche, kein Instrumentalteil als Übergang. Nur der Nachhall unserer Stimmen in der kleinen Kapelle. Und ich frage mich: Wie viele Gemeinden hätten sich getraut, solch eine rustikale A-cappella-Lobpreiszeit zu halten?
Die Lobpreis-Lüge
Meine Feeds sind voll von perfekt produzierten Worship-Clips: 4K-Bilder, grosse Konferenzen, eindrückliche Lichter. Selbst die einfachsten Online-Aufnahmen wirken professionell – sonst klickt sie ja niemand an. In diesem Business zählt Qualität. Doch in der Gemeinde kann der Eindruck entstehen: Ohne Bühne, ohne Technik ist unser Lobpreis weniger wert. Bullshit. Hiermit erkläre ich der Lobpreis-Lüge offiziell den Krieg.
Lobpreis ohne Instrument
So simpel das Setting auch ist – ein paar Dinge braucht es. Jede Gruppe braucht Leitung. Schon mal «Happy Birthday» angestimmt? So einfach kann auch Lobpreis starten. Wenn die Gemeinde das Lied kennt, genügt ein kurzer Einsatz. Ausgedruckte Texte sind eine einfache Alternative zu Beamer und PowerPoint. Reduziere dein Liedgut auf 20 Songs – so können auch ungeübte Sänger bald mitsingen. Leite die Gemeinde an, zwischen den Liedern zu beten, Psalmen zu sprechen, still zu werden. Partizipation ist das Schlüsselwort.
Simple Worship
80% der gängigsten Lobpreislieder können mit drei Fingern auf dem Klavier zur vollsten Zufriedenheit der Gemeinde begleitet werden. Eine «simplistische» Spielweise ist zwingend, damit ich mit voller Aufmerksamkeit bei Gott und bei den Menschen sein kann und nebenbei noch mein Instrument bediene (und nicht umgekehrt!). Wenn du noch mehr Inspiration brauchst, wie man mit absolut reduzierten Mitteln eine ansprechende Lobpreiszeit gestalten kann, melde dich bei mir.