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Tetiana flieht Vision Europa Polen

Tetiana kommt aus Niżhyn in der Ukraine und flieht im Februar 2022 nach Polen, nachdem ihre Stadt von den Russen bombardiert wurde. Tetiana und ihr Mann Oleg sind vor fünf Jahren zum Glauben an Jesus Christus gekommen. Oleg ist ihr zweiter Ehemann. Ihre Tochter Valeria (19) wurde geboren, als Tetiana zum ersten Mal verheiratet war, aber dieser Mann verliess sie.

Daniel Kryston Gemeindebau in Piotrków Trybunalski, dkryston@pt.onet.pl

Vor vier Jahren brachte Tetiana ihr zweites Kind, Matvij, zur Welt, bei dem sich bald herausstellte, dass er Autist ist. Trotzdem sind sie eine glückliche Familie, verbunden durch die Liebe zueinander und zu Jesus Christus.

Leider verliert Tetiana kurz vor dem Einmarsch der Russen ihren Mann Oleg durch Covid. Sie ist am Boden zerstört. Plötzlich sieht sie sich mit der Realität konfrontiert, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern zu sein, von denen eines noch schwer autistisch ist. Als ihre Heimatstadt im Februar 2022 bombardiert wird, macht sie sich grosse Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder.

Tetiana ist fassungslos, sie weiss, dass sie etwas tun muss, um ihre Kinder zu schützen, und so beschliesst sie nach reiflicher Überlegung, mit ihren Kindern nach Polen zu fliehen. Nach einer langen und anstrengenden Reise kommt sie schliesslich in Piotrków Trybunalski in Zentralpolen an. Da Tetiana und ihre Tochter Valeria wiedergeborene Christen sind, machen sie sich sofort auf die Suche nach einer Gemeinde. So lernten wir uns kennen.

Mehr als ein Jahr später weiss Tetiana, dass es in der Ukraine nichts mehr gibt, wohin sie zurückkehren könnte. Alles, was sie hatte, hat ihr der grausame Krieg genommen. Aber sie sagt, dass ihr grösster Schatz Jesus Christus ist. Ihm möchte sie nun hier in Polen dienen und Teil unserer Gemeinde sein. Valeria hat einen Job bei McDonald's bekommen und ist auch in der Musikgruppe der Gemeinde. Matvij geht in einen speziellen Kindergarten für autistische Kinder, und wenn er dort ist, arbeitet Tetiana als Reinigungskraft. Das Leben ist nicht einfach für sie, aber mit Gottes Gnade und der Hilfe der Gläubigen vor Ort kommen sie über die Runden.

Unser Leben schreibt manchmal Szenarien, die wir uns nicht wünschen, aber als Christen wissen wir, dass der souveräne Gott die Kontrolle hat. Manchmal müssen wir «durch das dunkelste Tal gehen» (Ps 23,4), aber wir können sicher sein, dass der Herr mit uns ist. Es war uns ein Vorrecht, aber auch eine grosse Freude, Tetiana (und vielen anderen ukrainischen Flüchtlingen) helfen zu dürfen, wofür sie uns sehr dankbar ist. Und wir sind euch, unseren Schweizer Geschwistern, dankbar, weil Gott auch euch gebraucht hat, um seine Liebe und Gnade auf Menschen wie Tetiana und ihre Kinder auszudehnen.