Wir kämpfen nicht gegen Fleisch und Blut... Vision Europa SPanien

Zum Ende des Sommers bekommen wir eine traurige Neuigkeit. Es gab einen Trauerfall bei D.s Familie in Guinea. Sein Bruder ist plötzlich verstorben; es scheint, als sei er vergiftet worden.
Chris Janke lebt mit seiner Frau Diana und ihren zwei Kindern in Salamanca. c.janke@ allianzmission.de

Verständlicherweise geht es D. nicht gut. Er ist noch nicht lange Christ, gehört erst seit einigen Monaten zur Gemeinde. Von seiner leiblichen Familie lebt er als einziger weit entfernt in Spanien. Gerade jetzt fühlt er sich allein, aus der Entfernung versucht er, für seine Eltern und Geschwister da zu sein.

Wir treffen uns mit ihm, versuchen zu trösten, reden. Eine Woche später ergibt sich ein besonderes Gespräch. Nachdem wir zu dritt bei einem Umzug die letzten Kisten in den zweiten Stock geschleppt haben, setzen wir uns für eine kurze Pause. «Wie geht’s dir?», frage ich. D. beginnt sich zu öffnen.

Sein Bruder war zu einem Fest in ein entferntes Dorf gereist, wo seine Familie nicht gern gesehen war. Es scheint, als ob das Essen, das er beim Dorfschamanen bekommen hatte, seinen Tod verursacht hat. Wahrscheinlich hatte der seinen Bruder mit einem Fluch belegt.

Unser Gespräch wird deutlich intensiver. Wir spüren, wie der Heilige Geist uns zu lehren beginnt. Es ist ein besonderer Moment der Jüngerschaft. Ja, die unsichtbare Welt ist sehr real. Das zeigt sich in Guinea vielleicht deutlicher als bei uns in Europa. Es gibt Mächte, die Gott widerstreben. Die Tod und Unheil bringen. Aber Jesus ist stärker!

Viel zu oft reduzieren wir das Evangelium auf die Vergebung von Sünden, auf Rechtfertigung vor Gott und die Möglichkeit zur Beziehung zu ihm. Doch da ist so viel mehr.

Jesus zitiert zu Beginn seines Dienstes aus Jesaja 61: «Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt, um den Armen die gute Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt, Gefangenen zu verkünden, dass sie freigelassen werden, Blinden, dass sie sehen werden, Unterdrückten, dass sie befreit werden und dass die Zeit der Gnade des Herrn gekommen ist» (Lukas 4,18–19) Jesus befreit, heilt, bringt Frieden. Und er lehrt und sendet seine Jünger, dieses Evangelium zu proklamieren und zu demonstrieren! «…heilt die Kranken und sagt dabei: ‹Das Reich Gottes ist nah bei euch!› … Ich habe euch Vollmacht über den Feind gegeben, ihr könnt unter Schlangen und Skorpionen umhergehen und sie zertreten. Nichts und niemand wird euch etwas anhaben können.» (Lukas 10,9.19)

Oft bete ich, dass wir das ganze Evangelium und Jesu Autorität in uns noch mehr begreifen. Möge er unsere Augen öffnen, damit wir klarer erkennen, wo der Feind Menschen bedrängt oder gefangen hält, damit Jesus durch uns wirken und Freiheit und Heil bringen kann.