Sehr geehrte Unterstützer*innen, liebe Freund*innen, danke, dass Sie auch im Jahr 2025 an unserer Seite standen - Sie ermöglichen damit unseren Einsatz für den Planeten. Sie an unserer Seite zu wissen, war in diesem Jahr besonders wertvoll, denn 2025 war politisch kein einfaches Jahr. Es gab und gibt politische Rückschritte beim Klima- und Naturschutz und Umweltorganisationen wie ClientEarth waren vielfältigen Angriffen ausgesetzt. Eine Nachricht, die mich bewegt hat, ist, dass Deutschland in einem jährlichen Bericht, zu bürgerlichen Freiheiten in verschiedenen Ländern, eine Stufe herabgestuft wurde – die Zivilgesellschaft in Deutschland ist danach „beschränkt“ in ihrem Handlungsraum. Trotzdem haben wir uns natürlich nicht entmutigen lassen, denn wir sehen das Recht weiterhin als ein mächtiges Instrument für gesellschaftlichen Wandel. Aktuell treibt ClientEarth über 160 juristische Verfahren weltweit voran. In unserem Überblick unten gehen wir vor allem auf unsere globale Arbeit ein. In meiner Videobotschaft gebe ich Ihnen dazu weitere Einblicke. Das bedeutet aber nicht, dass wir in Deutschland untätig waren. Wir haben mehrere anhängige Klagen – beispielsweise für eine nachhaltigere Landwirtschaft und ein nachhaltigeres Energiesystem – weitergeführt. Wir haben unsere juristische Expertise in Gesetzgebungsprozesse eingebracht und – häufig gemeinsam mit anderen Organisationen – politisch Stellung genommen. Und unser Büro in Deutschland ist weiter gewachsen; inzwischen arbeiten hier zwei Dutzend Kolleg*innen. Wir haben dieses Jahr ebenfalls intensiv an weiteren Verfahren, auch hier in Deutschland, gearbeitet. Wir haben also nächstes Jahr viel vor. Ich hoffe, Sie bleiben uns gewogen, so dass wir gemeinsam die drängenden ökologischen Probleme unserer Zeit angehen können. Um das mit klarem Blick, Energie und Mut tun zu können, ist es aber auch wichtig, die eigenen Batterien wieder aufzuladen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe und erholsame Tage über das Jahresende und einen guten und gesunden Start in das neue Jahr! Mit herzlichen Grüßen   Christiane Gerstetter Geschäftsführerin, ClientEarth Deutschland

Was wir in 2025 erreicht haben

Beschwerde bei der EU gegen deutsche Gaspläne

Wir haben eine Beschwerde gegen Pläne der Bundesregierung eingereicht, die Subventionen in Milliardenhöhe für den Bau neuer Gaskraftwerke vorsehen – obwohl diese Kraftwerke verheerende Folgen für das Klima und die Energiekosten von Verbraucher*innen haben werden und sauberere Alternativen zur Verfügung stehen.  

Die deutsche Regierung plant im Rahmen ihrer Kraftwerksstrategie, öffentliche Gelder in zusätzliche Gaskraftwerke als „Übergangstechnologie“ zu investieren. Bei ClientEarth halten wird dieses Vorhaben für sehr viel schädlicher für das Klima, als die Regierung behauptet. Zusätzliche Investitionen verstärken die Abhängigkeit von fossiler Energie, statt erneuerbare und günstigere Alternativen zu fördern.  

Bevor die Kraftwerksstrategie umgesetzt werden kann, müssen die geplanten Subventionen als staatliche Beihilfen (“State Aid”) durch die Europäische Kommission genehmigt werden. Wir haben eine Beschwerde gegen die zu erwartende Genehmigung der Kommission für den Plan der Bundesregierung eingelegt. Unsere Jurist*innen argumentieren, dass der geplante Entwurf gegen die Regeln des EU-Beihilferechts verstößt: Die Subventionen sind nicht notwendig, verhältnismäßig, oder angemessen für Dekarbonisierung und Energiesicherheit. Gleichzeitig verzerren sie den Wettbewerb stark zu Lasten von saubereren Technologien – auch, wenn die Bundesregierung anderes behauptet.  

Gegen Desinformation: Transparenz und Verantwortung im digitalen Raum schaffen

‘Wir können Klimaschutz nicht erreichen, ohne die Integrität von Informationen zu sichern.“ – António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen

Das Weltwirtschaftsforum nennt in seinem Global Risks Report 2025 die „Verschmutzung“ unseres Informationsökosystems als das größte kurzfristige globale Risiko. Sie bedroht – so der Bericht – den gesellschaftlichen Zusammenhalt, untergräbt das Vertrauen in Institutionen und erschwert internationale Zusammenarbeit.

Jahrzehntelange Bemühungen, einen Konsens für Klimaschutz zu schaffen, werden durch raffinierte Taktiken von Interessengruppen untergraben – mit dem Ziel, Fortschritte zu verzögern oder ganz zu verhindern. Während Ölkonzerne Rekordgewinne erzielen, spüren wir alle die steigenden Lebenshaltungskosten.

Dank Ihrer Unterstützung hat ClientEarth seit 2019 den juristischen Kampf gegen Desinformation vorangetrieben – mit einer Reihe erfolgreicher Verfahren gegen Greenwashing durch große Unternehmen wie BP, KLM Airlines, BlackRock, Coca-Cola und TotalEnergies. Heute müssen sich Unternehmen, die sich fälschlich als Teil der Lösung darstellen, auf reale rechtliche Konsequenzen einstellen.

Auf der COP30 haben wir die Integrität digitaler Informationen zur Priorität gemacht. Wir forderten alle Staaten auf, die Bedrohung durch Desinformation anzuerkennen und die Macht des Rechts zu nutzen, um sicherzustellen, dass Fakten korrekt berichtet werden und das Klima zu schützen. Wir veröffentlichten unseren neuen Bericht Digital Distortion, der die Beschleunigung von Desinformation durch Soziale Medien aufzeigt, welche durch Algorithmen falsche Narrative verstärken und den gesellschaftlichen Konsens für Umweltmaßnahmen schwächen.

Unsere Analyse zeigt: Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok und YouTube verstoßen gegen neue EU-Vorgaben, indem sie systemische Risiken, die durch ihr Design und ihre Funktionen entstehen, nicht ausreichend adressieren. Wir fordern eine konsequente Durchsetzung dieser Regeln, um die digitale Verzerrung zu stoppen.

Unsere Analyse wurde in der Berichterstattung zur COP30 beispielsweise von der Irish Times, El País und dem Guardian zitiert.

China: Unterstützung für den Entwurf eines Umweltgesetzbuchs

Wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel geht, ist klar: Was in China geschieht, betrifft uns alle. China ist das Land mit den weltweit höchsten Emissionen und gleichzeitig größten Investitionen in erneuerbare Energien. China arbeitet derzeit an einer ehrgeizigen Aufgabe: der Ausarbeitung seines ersten Umweltgesetzbuchs, das über 30 bestehende Gesetze in einem einheitlichen Rahmen zusammenführt.

Diese Reform ist eine richtungsweisende Gelegenheit für die Stärkung chinesischer Umweltgesetze. Um dazu beizutragen, dass das neue Gesetzbuch so robust wie möglich wird, hat ClientEarth detaillierte Empfehlungen zu zentralen Abschnitten eingebracht – darunter Energiewende, Klimaschutz, Auslandsinvestitionen sowie Haftung und Durchsetzung.

Globale Zusammenarbeit ist entscheidend für das Ergebnis dieses Prozesses. Deshalb haben wir internationale Workshops mit führenden Mitgliedern des Nationalen Volkskongresses und europäischen Rechtsexpert*innen organisiert, um Wissen auszutauschen und eine umfassende, durchsetzbare Grundlage für Umwelt- und Klimaschutz zu schaffen.

Wir werden uns weiterhin aktiv in die Ausarbeitung des Gesetzbuches einbringen und unsere Arbeit im Bereich von Trainings für Richter*innen in China weiterführen. Die wachsenden Investitionen des Landes in saubere Technologien und die Wiederherstellung von Ökosystemen können ein skalierbares Modell für internationale Umweltpolitik und langfristige Nachhaltigkeit bieten.

Rechtliche Kompetenz für Umweltschutz auf den Philippinen stärken

Auf den Philippinen hat sich ein Pilotprojekt zu einer wachsenden Bewegung entwickelt. Seit 2021 arbeitet ClientEarth mit juristischen Fakultäten und gemeinnützigen Organisationen zusammen, um Kapazitäten im Umwelt-, Energie-, Klima- und Gemeinwohlrecht aufzubauen. Was als einzelne „Green Legal Clinic“ begann, ist heute ein Netzwerk von 20 Fakultäten, unterstützt von Partnern wie dem Philippine Earth Justice Centre und dem Manila Observatory.

Green Legal Clinics (GLCs) sind praxisorientierte Ausbildungsformate an juristischen Fakultäten, in denen Jurastudierende unter Anleitung praktische Fälle bearbeiten und Gemeinden dabei unterstützen, Umweltgesetze anzuwenden und durchzusetzen. Ziel ist es, die Rechtsstaatlichkeit im Umweltbereich zu stärken und Menschen die Werkzeuge zu geben, um Land, Luft und Wasser zu schützen.

Mehr als 300 Jurastudierende haben sich in praktische Umweltarbeit eingebracht, über 50 Schulungen in fast 70 Gemeinden durchgeführt und über 120 Stunden juristische Recherche und Entwürfe beigesteuert.

Aufgrund dieser erfolgreichen Arbeit auf den Philippinen prüfen wir derzeit eine Ausweitung des Modells auf Indonesien. Im November 2025 haben wir einen zweitägigen Workshop veranstaltet, um Mitarbeitende von fünf Universitäten sowie Umwelt-NGOs zusammenzubringen und gemeinsam diese Initiative zu gestalten – mit dem Ziel, das Programm 2026 in Indonesien zu starten.

Ein Ausblick auf 2026

Dank Ihnen konnten wir 2025 dem Leben auf der Erde vor Gericht eine starke Stimme geben – doch es gibt noch viel zu tun. Im kommenden Jahr haben wir bei ClientEarth unter anderem folgendes vor:

Big Tech zur Verantwortung ziehen

Digitale Technologien prägen unser Leben. Doch hinter dem Versprechen von Fortschritt verbirgt sich eine Branche, deren enorme und wachsende Macht Demokratie, Menschenrechte und Umwelt gefährden kann. Mit Ihrer Unterstützung werden wir 2026 unsere Arbeit gegen Desinformation intensivieren und gleichzeitig die ökologischen Folgen von KI bekämpfen – von explodierendem Energieverbrauch bis hin zu verstärktem Rohstoffabbau. Wir setzen uns für einen neuen Standard digitaler Verantwortung ein: Innovation muss den Menschen und dem Planeten dienen – nicht sie gefährden.

Klimagerechtigkeit mit sozialer Gerechtigkeit verbinden

Aufbauend auf unsere Erfolge in diesem Jahr und das wegweisende Urteil des Internationalen Gerichtshofs zum Klimaschutz werden wir uns an nationale, Verfassungsgerichte und internationale Menschenrechtsgerichte wenden, um globale strategische Klagen voranzutreiben. Ob es um Gemeinschaften geht, die in Uganda durch Erdrutsche vertrieben wurden, Menschen, die in Spanien unter extremer Hitze leiden, oder Bevölkerungen, die durch landwirtschaftliche Verschmutzung oder giftige Chemikalien gefährdet sind – wir kämpfen dafür, dass Grundrechte auf Gesundheit, körperliche Unversehrtheit und eine gesunde Umwelt nicht als Nebensache behandelt werden.

Rücklagen für die Altersvorsorge schützen

ClientEarth USA bereitet eine Klage vor einem US-Bundesgericht vor, um die entscheidende Rolle von Klimarisiken bei der Verwaltung von Rücklagen für die Altersvorsorge durch Arbeitgeber zu unterstreichen.

Wenn solche Rücklagen verwaltet werden, ohne dass Klimarisiken berücksichtigt werden, sind Ersparnisse der Beschäftigten gefährdet. Mit der geplanten Klage will ClientEarth USA deutlich machen, dass bestimmte Investitionen und Branchen in Anlegerportfolios anfällig für physische Risiken, wie beispielsweise extreme Wetterereignisse sind. Diese Risiken müssen durch eine Umlenkung von Kapital minimiert werden, um Millionen Amerikaner*innen vor klimabedingten finanziellen Verlusten zu schützen.

Herzlichen Dank

In über 160 aktiven Verfahren weltweit setzen wir uns mit Ihrer Unterstützung für Klima und Natur ein.

Wir hoffen, dieser Bericht zeigt, wie weitreichend und wirkungsvoll die Veränderungen sein können, die Sie möglich machen.

Gemeinsam können wir zu einer gerechteren Welt beitragen – einer Welt, in der wir ein gutes Leben innerhalb der Grenzen unseres Planeten leben können.

Danke, dass Sie an unserer Seite stehen.

Wenn Sie Fragen oder Feedback haben, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail. Ihre Ansprechpartnerin: Pauline Meyer – pmeyer@clientearth.org