Mainradtour 2024 Von WÜRZBURG bis Hanau

Logbuch

Prolog

Nach den zwei schönen Touren 2023 – im Juni um den Bodensee und im Oktober an der Mosel – ist jetzt der Main an der Reihe. Einige Abschnitte zwischen Rüsselsheim und Aschaffenburg kenne ich bereits sehr gut; deshalb wollen wir diesmal den Teil flussaufwärts erkunden: Es soll von Würzburg bis Hanau gehen. Wir – das sind übrigens mein Sohn und ich, Jens, mit dem ich an der Mosel war, und ein Ehepaar.

Geplante Route laut Komoot

Tag 0 – Alles gepackt und geplant?

Den Wetterbericht beobachten wir seit ein paar Tagen sehr genau. Bleibt der warme Frühling oder ändert sich das Wetter schon wieder? Wenn's wenigstens trocken bleibe würde. 🙈 Ansonsten steht die Route, die Bahnverbindungen sind rausgesucht und die Übernachtungsmöglichkeiten gebucht bzw. angefragt. Mein Sohn und ich werden im Zelt schlafen, die anderen haben sich etwas Bequemeres gebucht. 😅 Jetzt geht es darum, die letzten Kleinigkeiten einzukaufen und dann alles zu packen.

Tag 1 – Mit dem Zug nach Würzburg und am Main entlang nach Karlstadt

Die einen ärgern sich, dass es regnet und so abgekühlt hat; die anderen sind froh, dass das Unwetter sich bereits gestern Abend ausgetobt hat. Um kurz nach neun alles aufs Fahrrad geschnallt und durch die letzten Regentropfen an den Bahnhof geradelt. Alle S-Bahnen haben heftig Verspätung, deshalb die erstbeste nach Frankfurt genommen. Am Hauptbahnhof an „unser“ Gleis gegangen und pünktlich um 10:34 in unsere Regionalbahnhof nach Würzburg gestiegen. Leider hat uns die Zugbegleiterin gebeten, die Fahrradtaschen separat zu verstauen. Das wird ein Spaß, die alle später wieder anzubringen. 🫣 Zum Glück sind doch nicht so viele zugestiegen wie befürchtet, sodass wir die Fahrt genießen konnten. Gegen halb eins in Würzburg angekommen und an die Alte Mainbrücke gefahren. Dort erst bei einem Bäcker etwas zum Essen geholt. Ein paar Meter haben Ralf und Jens einen Wein getrunken. Dann immer am Main entlang. Trotz Gegenwinds kamen wir gut voran. Zwischendurch mit einer anderen Reiseradlerin ein Stück gefahren, die auf dem Weg vom Bodensee in den Harz ist. Bei Himmelstadt hat Jens sich dann abgesetzt; er hat hier sein Gewächshaus für die Nacht übernommen. Die anderen sind weiter nach Karlstadt. Am Bahnhof Max in Empfang genommen und auf dem Campingplatz das Zelt aufgebaut. Wollten uns dann eigentlich alle in der Mitte bei einem Griechen zum Essen treffen, aber der hat Urlaub. Jens hat sich dann was eigenes gesucht und wir anderen sind in Karlstadt bei einem Griechen fündig geworden. Alle anderen waren schon ausgebucht. Um neun wieder am Campingplatz angekommen. Fertig gemacht und dann ins Zelt gekrabbelt. Gute Nacht. 😴

Tag 2 – Von Karlstadt nach Lengfurt

Wie immer im Zelt oft wach gewesen und auf die andere Seite gedreht; eine Therm-A-Rest ist halt immer noch keine richtige Matratze. 😅 Um kurz nach sieben mal rausgesucht, was wir zum Fertigmachen brauchen und zum Duschen gegangen. Dann erst mal das Außenzelt zum Trocknen abgemacht und aufgehängt. Wasser gekocht für den Espresso und nach und nach alles eingepackt. Um kurz nach 10 bezahlt und in der Stadt beim Bäcker Butterbrezel fürs Frühstück geholt. An der Brücke mit den anderen getroffen und zusammen losgeradelt. Zwischendurch mal hier und da kurz gestoppt und ein Bild gemacht oder was getrunken. Gegen halb zwei gegenüber von Lohr am Main Mittagspause gemacht: Brötchen und Wurst für Max und mich, Kaffee für alle. Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich den Trangia-Kocher liebe? 😅😅 Der Mainradweg ist echt schön: fast durchgängig gut asphaltiert und meistens direkt am Main entlang. Wie so oft sind die letzten Kilometer die schlimmsten. Gegen halb vier die anderen drei in Marktheidenfeld am Hotel verabschiedet, für Max und mich geht’s weiter auf den Campingplatz bei Lengfurt. Der liegt etwas oberhalb des Mains 🥵 und ist deutlich größer als der von letzter Nacht. Unser Zeltplatz ist recht abgelegen, aber wir haben Strom und Wasser. Am Kiosk zwei Radler geholt und am Zelt getrunken. Dann entschieden, dass wir nicht zurück nach Marktheidenfeld fahren, sondern hier in die Pizzeria gehen. Superleckere Pizza gegessen mit krass dünnem Boden. Hat sich gelohnt. 😋 Wieder zurück am Zelt, versucht alles regenfest zu machen; der Wetterbericht für die Nacht und morgen früh ist eher so bescheiden. 😓

Tag 3 – Von Lengfurt nach Wörth

Nachdem wir gestern Abend sehr früh ins Bett gegangen sind, hatten wir circa 2 Stunden bis es anfing zu regnen. Erst nur ein paar Tropfen, aber ab etwa 2:00 Uhr durchgängig richtiger Regen. Um 7:00 Uhr dann endgültig wach gewesen und versucht, sich fertig zu machen und irgendwie die durchnässten Sachen einzupacken, ohne die restlichen Sachen dabei ebenfalls nass zu machen. Zum Glück gab es in der Nähe eine Grillhütte mit Veranda, wo wir die Nacht über die Fahrräder abgestellt hatten. Dort konnten wir dann auch die Matten einrollen, Schlafsäcke einpacken usw. Außenzelt und Bodenplane waren so nass, dass wir sie außen befestigen mussten. Gegen zehn an die Rezeption gefahren und in einen heftigen Schutt gekommen. ☔️ Dort ausgecheckt und dann wieder runter auf den Mainradweg, um uns mit den anderen zu treffen. In Regenklamotten losgefahren, aber die Motivation war ziemlich im Keller. Nach Wertheim geradelt, dort sollte um halb zwölf ein Zug nach Miltenberg gehen; den werden wir nehmen. Es macht da draußen im Regen einfach keinen Spaß. In Miltenberg zum Riesen essen gegangen; das war wirklich das Highlight des Tages. 😋 Danach wieder auf die Räder und bis nach Klingenberg gefahren. Dort wollen die anderen ihr Hotelzimmer beziehen. Max und ich auf die andere Mainseite auf unseren Campingplatz gefahren. Zelt aufgebaut. Solange die Sonne mal rauskam, hat sie uns schön alles abgetrocknet. ☀️ Dann meldeten sich die anderen, dass es ein Problem mit der Buchung gab. Da Ralf + Frau kurzfristig kein anderes Hotel finden konnten und der Wetterbericht für morgen wieder so schlecht ist, haben sie sich spontan für die Heimfahrt entschieden. Mit Jens am Campingplatz griechisch essen gegangen. Danach noch kurz am Zelt gesessen und wieder früh schlafen gegangen.

Tag 4 – Von Wörth nach Hanau und mit dem Zug zurück nach Hause

Der Titel für diesen Tag ist leider nicht mehr aktuell. 😕 Nachdem es die komplette Nacht durchgeregnet hatte und sich das auch beim Abbauen und Einpacken nicht besserte, stand die Entscheidung recht schnell fest: Wir fahren heute nur ca. 1 km bis an den Bahnhof von Klingenberg und nehmen die Bahn nach Hause. Durch Personalengpässe bei der DB mussten wir schauen, welche Verbindung wir bekommen. Aber es hat alles gut geklappt. Erst nach Aschaffenburg und dann nach Frankfurt. Von dort mit der S-Bahn nach Rüsselsheim. Pünktlich zur Ankunft in Rüsselsheim fing es wieder an zu regnen. Also zum Schluss noch mal im Nassen gefahren. 😓 Wieder zu Hause erst mal das Zelt im Wohnzimmer aufgebaut, um es trocken zu bekommen.

Links

Fazit

  • Landschaftlich war das eine superschöne Tour. Die meiste Zeit geht es wirklich direkt am Main entlang. Und wenn es mal durch die Felder ging, konnten wir uns an den tollen Farben erfreuen – zum Beispiel blühte gerade der Raps. 😍
  • Der erste Campingplatz in Karlstadt hat Max und mir am besten gefallen. Nicht zu groß und direkt am Ufer. Der zweite Platz (in Lengfurt) war schon deutlich größer und hatte deshalb sogar zwei Sanitäranlagen. Das fehlte dem dritten Platz definitiv, da sind die Duschen 350m entfernt. Aber auch wenn es eine zweite Toilettenanlage gab, war die „interessant“: Die haben dort tatsächlich das Toilettenpapier außerhalb der Kabinen hängen. Wie stellen die sich das vor – soll man auf Vorrat mitnehmen? 😅
  • Zum Wetter habe ich bereits genug geschrieben. Da haben wir uns wohl einfach die falschen Tage ausgesucht. 😕
  • Bei der Ausrüstung muss ich weiterhin optimieren. Die Therm-A-Rest-Matte ist echt gemütlich, nimmt aber unheimlich viel Platz in der Tasche ein. Ebenso der Trangia-Kocher. Ein so geniales Teil, aber eben auch sehr sperrig in der Packtasche. Aber beides ist Jammern auf hohem Niveau. 😄
  • Zum Schluss die obligatorische Frage: „Würde ich die Tour noch mal machen?“ – Ja, definitiv. Wir alle sind uns einig, sie nächstes Jahr zu wiederholen und auf besseres Wetter zu hoffen. 😊
Danke an alle fürs Mitlesen und die Rückmeldungen per WhatsApp und ähnlicher Kanäle. 🙂