Früher auf dem Pausenplatz so in der 5. Klasse, war «Päärlifangis« hoch im Kurs. Jeweils ein Junge musste/durfte sich ein Mädchen fangen und mit ihr dann weitere Päärchen zusammenstellen, resp. fangen. Dabei musste man sich ständig die Hände halten. Je nach der Paarung konnte das schon knistern bei der Berührung. Positive Nähe und Berührungen schaffen Verbindung. Ein anderes Beispiel aus dem Tabor macht das deutlich.
Urs Klingelhöfer, bald 30 Jahre Leiter der Kinderheimat Tabor heimleitung@kinderheimat-tabor.ch.
Traditionell führen wir einmal jährlich die «Huber-Spitz-Trophy« durch. Eine auf Schnelligkeit ausgelegte Kurzwanderung auf den nahgelegenen und vom Tabor gut sichtbaren Hügel auf ca. 1400 m.ü.M.. Viele Schüler sind jeweils freudig angespannt auf den Event, da es immer einen Pokal oder wenigsten eine Medaille zu gewinnen gibt. Alle die ankommen sind Sieger.
Als Heimleiter nehme ich regelmässig auch daran Teil und hoffe, damit auch noch etwas Extramotivation mitgeben zu können, ohne jedoch damit ein ehrgeiziges sportliches Ziel mehr verfolgen zu wollen. So entschied ich mich mit der langsameren und früher starteten Gruppe zu laufen. Schon bald gesellte sich eine der quierligsten und jüngsten Schülerinnen zu mir und fragte ganz spontan und erwartungsvoll, «Herr Klingelhöfer, darf ich Ihre Hand halten?« * - Nach kurzer Überlegungszeit, ob diese Nähe angemessen, von der Rolle ausgehend und im Rahmen des Anlasses stimmig ist, willigte ich dann freudig ein. – Zusammen, Hand in Hand, nahmen wir die Herausforderung an, hatten dabei gute Gespräche und genossen die enge gemeinschaftliche Verbindung auf der kurzen aber doch auch anspruchsvollen Wegstrecke. Kurz vor dem Ziel legte das Mädchen dann sogar noch einen Spurt ein und kam glücklich am Zielpunkt an, wo bereits andere sie freudig begrüssten und beglückwünschten.
Für mich wurde das zu einem wunderbaren Bild für die Gemeinschaft mit unserem himmlischen Vater auf unserer irdischen Wanderung. Gott ist immer mit dabei und er bietet sich an, dass wir Hand in Hand mit ihm unterwegs sein können, bis wir das Ziel erreicht haben. Diese enge Verbindung ist freiwillig, schafft Nähe, will uns Führen und und bei ihm Verankern. Gott drängt sich nicht auf und will schon gar nicht durch Zwang deine Hand halten. Erlebe was David in Psalm 63,7 beschreibt : «Von ganzem Herzen hänge ich an dir, und deine Hand hält mich fest.« Probier es aus!
* PS: Oder wollte das Mädchen vielleicht wohl eher einen älteren Herrn auf den Berg führen? :-)