Immer einen Schritt voraus
Das Bauen der Zukunft setzt verstärkt auf erneuerbare Energien, natürliche und nachwachsende Baustoffe, begrünte Fassaden und die Wiederverwendung von Baustoffen, um Abfälle zu vermeiden. Auf diese Weise können Ressourcen geschont, Emissionen reduziert und Umweltbelastungen langfristig minimiert werden. Durch eine intelligente und ganzheitliche Planung entstehen klimafreundliche Gebäude, die energieeffizient sind und gleichzeitig die Lebensqualität ihrer Nutzerinnen und Nutzer steigern.
Photovoltaik
Transparente Photovoltaikmodule ermöglichen die gleichzeitige Nutzung von Glasflächen zur Stromerzeugung und zur Tageslichtversorgung. Durch ihre teilweise Lichtdurchlässigkeit können sie den Energiebedarf eines Gebäudes senken und dessen ästhetische Wirkung erhöhen. Photovoltaikelemente direkt als Dachdeckung einzusetzen, spart Arbeit, Geld und Ressourcen, da auf eine konventionelle Dachdeckung verzichtet werden kann.
Die Energiezentrale versorgt den Ökopark mit nachhaltiger Energie aus einer Hackschnitzelheizung und einem Stirlingmotor. Die Gesamtlänge des Gebäudes sowie der Sparrenabstand wurden auf die Abmessungen der transparenten Photovoltaikmodule abgestimmt, wodurch eine integrierte Nutzung der Solartechnologie ermöglicht wurde. Bereits im Jahr 2002 konnte ich im Architekturbüro Zinganel an diesem zukunftsweisenden Projekt mitwirken.
Vorgehängte Fassade aus Ziegelplatten
Ton und Lehm gehören zu den ältesten Baustoffen der Menschheit und gewinnen im modernen, nachhaltigen Bauen zunehmend an Bedeutung. Als regional verfügbarer Rohstoff zeichnet sich Ton durch seine Umweltverträglichkeit, Langlebigkeit und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten aus. In Form von vorgehängten hinterlüfteten Tonplatten bietet er eine besonders robuste und wartungsarme Fassadenverkleidung mit einer natürlichen Ästhetik, die traditionelle Bauweisen mit zeitgemäßer Architektur zu verbindet.
Beim Zentralgebäude des Ökoparks Hartberg wurden im Jahr 2002 von mir im Architekturbüro Zinganel bereits Tonplatten als vorgehängte hinterlüftete Fassadenverkleidung eingesetzt. Die Wahl dieses Materials stellt eine bewusste Referenz zur historischen Nutzung des Geländes als Tongrube und Ziegelwerk dar.
Thermoholz
Um Thermoholz herzustellen, wird das Holz unter Sauerstoffentzug Temperaturen zwischen 160 °C und 250 °C ausgesetzt. Dabei wird Cellulose und Lignin abgebaut und die natürlichen Harze aus dem Holz getrieben. Dadurch erhält das Holz – ganz ohne den Einsatz chemischer Zusätze – eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber holzzersetzenden Pilzen und Mikroorganismen sowie eine verbesserte Formstabilität und Dauerhaftigkeit Beim Zentralgebäude am Ökopark Hartberg wurde von mir im Architekturbüro Zinganel bereits 2002 Thermoholz verwendet.
Grüne Fassaden
Fassadenbegrünungen werden bereits seit dem Mittelalter genutzt. Pflanzen wie Wein, Rosen oder Spalierobst profitierten von der Wärme der Mauern, spendeten Schatten und kühlten Gebäude und Innenhöfe. Diese Vorteile sind heute wichtiger denn je, besonders in Städten, die zunehmend unter der Hitze leiden. Begrünte Fassaden filtern auch Luftschadstoffe und reduzieren den Lärm und steigern die Lebensqualität.
Bereits im Jahr 2002 realisierte ich im Architekturbüro Zinganel ein würfelförmiges Gebäude mit einer Fassade aus vorgehängten Sedummatten zur extensiven Begrünung. Für eine nachhaltige und zuverlässige Pflege der Vegetation wurde ein computergesteuertes, vollautomatisches Tröpfchenbewässerungssystem integriert, das eine bedarfsgerechte Wasserversorgung der Pflanzen gewährleistete.
Bauen mit Stroh
Bauen mit Stroh ist eine nachhaltige und umweltfreundliche Bauweise, die schon seit 100 Jahren praktiziert wird und jetzt wieder an Bedeutung gewinnt. Strohballen dienen dabei als Dämmmaterial und auch als tragendes Bauelement. Zudem ist Stroh ein nachwachsender Rohstoff, der regional verfügbar ist und der einzige Dämmstoff, der ohne Brandschutzmittel und Insektizide auskommt. Richtig verarbeitet und vor Feuchtigkeit geschützt, sind Strohhäuser langlebig, recycelbar und bieten einen hohen Wohnkomfort.
Hier zwei Beispiele für lasttragende Strohballenhäuser, deren Wände vollständig aus Strohballen bestehen und die Lasten der Dachkonstruktion ohne zusätzliche tragende Bauteile aufnehmen können. Die Außenwände wurden mit Kalkputz versehen, der einen wirksamen Witterungsschutz bietet und zugleich diffusionsoffen ist. Im Innenbereich sorgt ein Lehmputz für ein angenehmes Raumklima, indem er Feuchtigkeit reguliert und die natürlichen Eigenschaften des Baustoffs Stroh optimal ergänzt.
Von 2010 bis 2012 beschäftigte ich mich im Architekturbüro Pluspunkt intensiv mit der Planung und Realisierung lasttragender Strohballenbauten. In diesem Zusammenhang hielt ich auch Fachvorträge und vermittelte die Potenziale sowie die technischen Grundlagen dieser nachhaltigen Bauweise.
Nähe Eichkögl in der Steiermark wurde 2012 im Büro Pluspunkt unter meiner Mitarbeit das erste baugenehmigte Strohballenhaus errichtet.
Durch meine Mitgliedschaft im ASBN (Austrian Strawbale Network) erhielt ich wertvolle Einblicke in die Entwicklung von Normen, Prüfverfahren und Zulassungsprozessen für den Baustoff Stroh. Diese Erfahrungen vertieften mein Verständnis für die bauphysikalischen, konstruktiven und rechtlichen Anforderungen des modernen Strohbaus.
Hier ein Beispiel für den Einsatz von Stroh als Dämmmaterial für Fassaden bestehender Gebäude. Ein Gebäude aus Stroh ist ein anschauliches Beispiel für Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Als nachwachsender Rohstoff bindet Stroh während seines Wachstums CO₂ und kann nach dem Ende der Nutzungsdauer ohne schädliche Rückstände in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden.
Kreislaufwirtschaft
Das Bauwesen gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren und verursacht große Mengen an Abfällen sowie erhebliche CO₂-Emissionen. Durch kreislauffähiges Bauen können wertvolle Rohstoffe länger im Wirtschaftskreislauf gehalten und der Bedarf an neuen Ressourcen verringert werden. Gleichzeitig werden Abfallmengen reduziert und Umweltbelastungen minimiert. Daher sollten Baustoffe nach ihrer Nutzung wiederverwendet oder recycelt und am Ende ihres Lebenszyklus in neue Bauprojekte zurückgeführt werden. Damit leistet die Kreislaufwirtschaft einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz und fördert ein nachhaltiges Bauen.
Durch den kontinuierlichen fachlichen Austausch mit Expertinnen und Experten der Kreislaufwirtschaft ist mir eine Beurteilung von neu entwickelten Baustoffen im Hinblick auf Ressourceneffizienz, Wiederverwendbarkeit und Kreislauffähigkeit möglich.
Über mich
1998 habe ich an der TU Braunschweig das Studium der Architektur mit dem Diplom bei Meinhard von Gerkahn abgeschlossen und nach dreijähriger Praxis wurde ich 2001 in die Architektenkammer Niedersachsen aufgenommen. Von 2002-2010 habe ich in Graz in mehreren Architekturbüros gearbeitet und 2010 die Ausbildungen zur Passivhausplanerin, Energieberaterin und Betriebeberaterin absolviert. Bereits 2002 hatte ich die Gelegenheit als Projektleiterin im Architekturbüro Zinganel bei der Planung und Errichtung mehrerer Gebäude am Ökopark Hartberg wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Sei es im beim Einsatz von Thermoholz, vorgehängte Ziegelfassaden, grünen Fassaden, transparenter Photovoltaikmodule als Dach oder innovativer Haustechnik. 2008-2010: Mitarbeit im Atelier Thomas Pucher am OIC (Oragnisation of the Islamic Cooperation office headquartes) in Saudi Arabien.
Seit 2011 berate ich beim Klimabündnis Steiermark Betriebe zu folgenden Themen: Energieeffizienz, Nachhaltiges Bauen, Erneuerbare Energie, innovative Baustoffe, Beschaffung, Entsorgung, Mobilität, Kreislaufwirtschaft und vieles mehr. Daneben leite ich EU-Projekte zu den Themen Energieraumplanung, Energiedaten Klimakommunikation und Biodiversität. Durch die Beratung von bereits mehr als 160 Klimabündnis-Betrieben, kann ich auf umfangreiches betriebliches Wissen zurückgreifen.
Seit 2010 berate ich Privatpersonen in der Energieberatungsstelle des Landes Steiermark zu den Themen Energiesparen, erneuerbare Heizsysteme, thermische Sanierung, energieeffizienter Neubau und alle dazu passenden Förderungen.
In folgenden Institutionen führe ich Beratungen für Betriebe, Gemeinden und Privatpersonen durch:
Ich biete Ihnen gerne meine umfangreiche Expertise im Bereich des nachhaltigen Bauens an
Kontakt
DI Anja Rosa Stenglein Telefon: 0043-650-2821550 Mail: anja.stenglein@aon.at