Skipper Helmut erklärt uns allen die Jacht. Und die Regeln. Das ist ziemlich viel am Anfang. Aber Helmut bleibt ja bei uns und wird uns die ganze Woche begleiten.
Schnell wird klar: Helmut ist der Chef. Er kommt ursprünglich aus Düsseldorf, ist aber schon mindestens 13 mal in seinem Leben umgezogen und wohnt, wenn er mal zu Hause ist, in Potsdam. Denn 30 Wochen im Jahr ist der gelernte Gärtner als Skipper auf See unterwegs und hat jede Menge Erfahrung. Wir sind überzeugt: Er wird unsere Segeljacht gut und sicher steuern. Und uns anleiten. Schnell wird aber auch deutlich: Ohne unsere Hilfe wird es nichts. Wir müssen mit anpacken und zusammenhelfen.
Und dann heißt es zum ersten Mal „Leinen los“.
Als wir auf dem Meer sind, hissen wir die Segel. Gemeinsam natürlich. Und dann, plötzlich, eine erste Entdeckung. Die Kinder können ihr Glück kaum fassen (die Erwachsenen übrigens auch nicht), was sie da im Wasser zu sehen bekommen.
In dieser Bucht ankern wir, verbringen den restlichen Tag und bleiben über Nacht auf dem Wasser.
Auf die Kinder wartet schon das nächste Abenteuer. Eine Zeitung, ein Brief, ein Rätsel und schon stecken sie mitten in einer Schatzsuche, die die kleine Crew die ganze Woche beschäftigen wird.
Wir bewegen uns im Zick-zack-Kurs fort. Helmut nennt das in seiner Segelfachsprache kreuzen. Und wir lernen: Beim Segeln ist nicht immer der direkte Weg der schnellste Weg. Indem wir zickzack fahren, stehen unsere Segel immer gut im Wind und können so die meiste Energie daraus aufnehmen.
Auf so einem Segelschiff gibt es auch jede Menge Momente der Ruhe und Entspannung: Dasitzen, aufs Wasser schauen und einfach mal nichts tun. In der schnelllebigen Zeit haben wir das manchmal fast schon verlernt. Wir genießen es umso mehr.
Helmut behält den Kurs im Blick. Er will uns zu einer Bucht bringen, in der sich die Kinder austoben können.
Bis es so stürmisch wird, dass Helmut das Steuer besser wieder selbst in die Hand nimmt.
Die Kinder mit empfindlichen Magen nehmen eine Reisetablette ein. Ein Teil verschläft so die stürmische Überfahrt Richtung Telašćica Naturpark, der Rest schlägt sich tapfer. Seekrank wird trotz Schräglage, schnellem Kreuzen und mächtig aufgewühltem Meer keiner.
Dort treffen wir Iva Aunedi. Sie ist Rangerin im Telašćica Naturpark und kümmert sich mit ihren Kollegen um den Naturschutz und die Eintrittsgebühren. Sie kennt sich hier bestens aus und weiß, warum es sich lohnt, den Naturpark zu schützen und zu besuchen.
Am nächsten Tag will Helmut uns einen Ort zeigen, an dem man besonders schöne Sonnenuntergänge genießen kann: die Halbinsel Vrgada. Hier gibt es einen der in Kroatien eher seltenen Sandstrände.
Kellnerin Lucija Katusin kommt jeden Sommer hierher, um Menschen aus der ganzen Welt in der Bar "Hakuna Matata" mit Drinks und Cocktails zu bedienen. Sie weiß, was den Reiz dieses besonderen Ortes ausmacht.
Nach einer etwas lauteren Nacht in der Bucht der Bar (neben uns liegt ein riesiger Katamaran mit Feiernden) machen wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum Schatz. Helmut sucht mit uns die Bucht, die auf der Schatzkarte eingezeichnet ist. Ein Teil der Kids-Crew fährt mit dem SUP an Land, der andere Teil mit Helmut und dem Dingi.
War Helmuts Tipp richtig? Ist hier wirklich ein echter Piratenschatz versteckt? Die Kinder rätseln: Helmut konnte doch gar nicht den Schatz an Land versteckt haben - er war ja immer bei uns, bei seiner Crew. Die Spannung steigt.
Bevor wir zu unserem Ausgangspunkt zurücksegeln, müssen wir die Magic Dreams noch volltanken. Die Kinder verfolgen genau, wie Helmut das Segelboot an die Tankstelle steuert. Gerade einmal 30 bis 40 Liter Diesel haben wir während unserer Reise durch die Inselwelt der Kornaten verbraucht, und das zu elft. „Wir sind viel gesegelt“, kommentiert Helmut den Verbrauch stolz. Denn immer wieder sind uns während der Reise Boote begegnet, die das Segel nur zur Zierde dabeihatten und mit Motor gefahren sind.
ARCD-Reiseservice: Reisezeit: Im Hochsommer sind die Kornaten als Segelparadies sehr überfüllt. Ideal für eine Segelreise mit Kindern ist der Zeitraum Oster- oder Pfingstferien bzw. Spätsommer oder Herbstferien. Tipp: Wer mit Kindern eine Segelreise unternimmt, sollte darauf achten, dass die Kinder sicher schwimmen können. Infos und Buchung: - Der Anbieter für nachhaltigen Tourismus Renatour bietet einwöchige Segeltörns für Familien und Singles mit Kindern im Alter von 5 bis 13 Jahren oder für Familien und Singles mit Teenagern im Alter von 13 bis 17 Jahren, begleitet von einem Skipper von Mai bis Oktober in Kroatien an. Eine Woche ab 797 Euro p. P., weitere Infos: Renatour - Die Charteragentur Sailorama bietet einwöchige Segeltörns für Familien und Singles mit Kindern ab 5 Jahren oder mit Teenagern ab 13 Jahren an, begleitet von einem Skipper von Mai bis Oktober in Kroatien. Eine Woche ab 827 Euro p. P., weitere Infos: Sailorama
Fotos und Videos: Bettina Glaser